Kleinere Beschwerden selbst lindern und bewusst damit umgehen

Kleinere Beschwerden selbst lindern und bewusst damit umgehen in der Schwangerschaft, der eigene Körper arbeitet, wie auch der des heranwachsenden Lebens, neun lange Monate hindurch auf Hochtouren

Kleinere Beschwerden lassen sie sich dadurch nicht entmutigen. Denken Sie immer an Ihr großes Ziel und versuchen Sie, den „lästigen Umständen“ so weit wie möglich vorzubeugen

Kleinere Beschwerden selbst lindern und bewusst damit umgehen Kleinere Beschwerden – Verstopfung

Fast jede Schwangere kämpft damit: harter Stuhlgang und Verstopfung. Besonders betroffen sind Frauen, die bereits vor der Schwangerschaft Probleme mit ihrer Verdauung hatten. Aus mindestens drei Gründen wandert während der Schwangerschaft die Nahrung langsamer durch den Verdauungstrakt:

Erstens, weil Hormone die Muskelarbeit des Darms herabsetzen; zweitens, weil die Gebärmutter die Verdauungsorgane zur Seite drängt; drittens, weil viele Schwangere schlichtweg zu wenig trinken.

Was tun?

Der Griff zu Abführmitteln sollte der letzte Schritt sein. Denn Sie können eine Menge über Ihre Ernährung bewirken. Achten Sie jetzt besonders auf ballaststoffreiche Kost wie Vollkornprodukte, Müsli, frisches Obst, Gemüse und zuckerfreie Säfte. Auch vergorene Milchprodukte wie Joghurt, Quark und Kefir kurbeln die Verdauung an.

Trinken Sie reichlich, am besten Mineralwasser und ungesüßten Früchtetee, damit der Darminhalt gut aufquellen kann und sich stetig vorwärts schiebt. Wenn es einmal ganz zügig gehen soll, können bewährte Hausmittel helfen: eingeweichte Trockenpflaumen, Pflaumensaft oder zwei Teelöffel Leinsamen.

Ebenso sinnvoll ist Bewegung, denn sie fördert die Bereitschaft des Darms, sich zu entleeren. Ein täglicher Spaziergang ist auch für Ihr Baby eine Wohltat. Übrigens: Von Verstopfung spricht man erst dann, wenn Sie weniger als dreimal in der Woche Stuhlgang haben.

 

Kleinere Beschwerden – Krampfadern und Hämorrhoiden

Wie entstehen Krampfadern? Unser Blutkreislauf umfasst zwei Gefäßsysteme: Arterien versorgen die Zellen mit sauerstoffreichem Blut, vom Herzen abgehend. Venen transportieren das verbrauchte, sauerstoffarme Blut über das Herz zurück zur Lunge. Im Gegensatz zu den Arterien besitzen Venen kaum Muskeln und müssen entgegen der Schwerkraft das Blut von den Füßen zum Herzen bringen. Ihre Transporthilfen sind kleine Taschen, die Venenklappen. Sie lassen das Blut von unten nach oben strömen. Will es in die andere Richtung, füllen sich diese Taschen und „plustern“ sich auf. Dadurch werden sie immer dicker und versperren wie kleine Schleusen den Weg nach unten.

Wichtig für die intakte Schleusen Funktion ist eine kräftige Wadenmuskulatur. Werden die Muskeln nicht ausreichend trainiert, können sich die Venen nicht vollständig entleeren, und das Blut kann von oben nach unten zurückfließen. Es staut sich, und durch den Druck dehnt sich das Venen Gewebe aus. Die Venen Klappen können nicht mehr richtig schließen.

Folge:

Die Gefäßwände werden dünner, die Vene verlängert sich und bildet früher oder später den geschlängelten Strang – die Krampfader. Sie wird dann zur Gefahr, wenn sich im tiefen Venensystem Blutgerinnsel bilden, die durch die Gefäße wandern und diese regelrecht verstopfen (Thrombose). Krampfadern treten in der Schwangerschaft sehr häufig auf: Die Blutmenge nimmt zu und dehnt die Wände und Ventile in den Kleinere Beschwerden Venen, ebenso weiten Hormone die Gefäßwände.
Haben Ihre Mutter und/oder Ihre Großmutter Probleme mit Krampfadern, sind auch Sie erblich vorbelastet.

 

Was tun?

Erledigen Sie möglichst viele Hausarbeiten im Sitzen: Gemüse putzen, Kartoffeln schälen oder Bügeln. Legen Sie so oft wie möglich die Beine hoch, gegebenenfalls erhöhen Sie auch das Fußende des Bettes. Gewöhnen Sie sich an, die Beine nicht mehr übereinander zu schlagen, denn diese Haltung drückt die Venen ab. Die so genannte Venenpumpe hält das Blut im Fluss: Strecken Sie Ihre Beine aus, bewegen Sie Ihre Zehen nach vorn und wieder zurück Richtung Körper. Diese übung hält die Wadenmuskulatur auf Trab und unterstützt die Venen bei ihrer Arbeit, das Blut zum Körper zurückzutransportieren.

Auch wichtig: Kompressionsstrumpfhosen. Sie liegen eng an und verhindern, dass die Venen „ausleiern“. Sie sind nicht zu verwechseln mit den Stützstrümpfen aus dem Kaufhaus! Kompressionsstrumpfhosen werden vom Arzt verschrieben und im Sanitätshaus individuell angepasst.

 

Auch Hämorrhoiden sind erweiterte Venen – eine Art Krampfadern am After.

Schwellen die oberflächlichen Venen an, sind die Symptome eher geringfügig. Unangenehm werden sie dann, wenn auch tiefere Venen beteiligt sind. Es kann zu Krampfungen des Aftermuskels kommen, verbunden mit Blutungen, Jucken, Brennen und Schmerzen. Achten Sie auf eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung. Verhindern Sie zu weichen und zu harten Stuhl. Cremen Sie nach dem
Stuhlgang Ihren After mit einer Hämorrhoidensalbe ein.

 

Kleinere Beschwerden – Muskelkrämpfe

So unbeweglich eine Schwangere im letzten Trimester auch sein mag: Sobald sie ein Krampf (vorzugsweise in der Wade) heimsucht, springt sie in Sekundenschnelle auf. Die permanente Anspannung einer Muskelgruppe ruft diesen stechenden Schmerz hervor, der sogar Muskelkater hinterlassen kann. Ebenso krampffördernd sind starke körperliche Anstrengung, heißes Wetter und zu hohe Schuhe.

Was tun?

Wichtig ist jetzt eine ausgewogene Ernährung und genügend Flüssigkeit. Ärzte verschreiben bei Krämpfen gerne Magnesium, denn dieses Mineral entspannt die Muskeln. Sie können aber auch mit Magnesium reicher Kost (wie Mineralwasser, Fleisch, Nüsse, Mandeln, Bierhefe, Weizenkeime, Hülsenfrüchte, Trockenobst, Bananen und Kartoffeln) dem Krampf ein Schnippchen schlagen.

Ein Tee aus Baldrian, Hopfen, Majoran, Melisse und Thymian (täglich 1. bis 2 Tassen vor dem Zubettgehen heiß getrunken) kann auch für Linderung sorgen.

 

Kleinere Beschwerden – Wassereinlagerungen

Wassereinlagerungen (Ödeme) und damit verbundene leichte Schwellungen von Fingern, Händen, Beinen und Füßen sind während der Schwangerschaft ganz normal und harmlos. Auch wenn eine leichte Ödembildung auf Anhieb nicht zu erkennen ist, merkt es die Schwangere an ihren Ringen, die plötzlich nicht mehr passen, oder an ihren Socken, deren Bündchen sich am Bein abzeichnen.

Langes Stehen und warmes Wetter fördern die Ödembildung. Kritisch werden Wassereinlagerungen dann, wenn Hals und Gesicht stark aufquellen – dies könnte im Zusammenhang mit hohem Blutdruck und Eiweißausscheidung ein Hinweis auf eine Präeklampsie sein. Legen Sie daher auch tagsüber so oft wie möglich die Beine hoch, und nehmen Sie vorsichtshalber den Fingerschmuck ab. Vielleicht mindern Stützstrümpfe die Schwellungen an den Beinen.

Achten Sie jetzt besonders auf eine eiweißreiche Ernährung. Bringen Sie regelmäßig Fisch, Fleisch und Sojaprodukte auf den Tisch, denn sie enthalten reichlich davon. Auch in Milchprodukten steckt viel Eiweiß. Doch entgegen der üblichen Auffassung, dass Schwangere viel davon aufnehmen sollten, zeigt sich immer wieder, dass Kuhmilchprodukte bei manchen Frauen die Ödembildung fördern können – besonders bei starkem Joghurtkonsum.

Für Frauen, die unter den beschwerlichen Wassereinlagerungen leiden, ein kleiner
Trost: In den ersten Wochen nach der Geburt scheidet der Körper die überschüssige Flüssigkeit wieder aus.

 

Kleinere Beschwerden – Rückenschmerzen

Schmerzen im Kreuz tauchen vor allem im letzten Trimester auf – kaum eine Schwangere bleibt davon verschont. Die Ursachen sind vielfältig: Zum einen
drückt der Kopf des Kindes gegen das Kreuzbein, und zum anderen lockern Hormone sämtliche Bänder, die alle Körpergelenke umgeben. Durch das wachsende Gewicht des Kindes ändert sich die Form der Wirbelsäule, und der größer werdende, nach vorn hängende Bauch zwingt die Frau in eine ungesunde Position – das Hohlkreuz.

Die Folge sind Rückenschmerzen. Strahlen die Schmerzen über das Gesäß in die Beine aus, handelt es sich vermutlich um Ischiasbeschwerden (Ischialgie).

Was tun?

Gezielte Gymnastik, Shiatsu und Schwimmen (idealerweise auf dem Rücken) sind ein hervorragender Ausgleich zur unnatürlichen Haltung. Achten Sie auf flaches bis halbhohes Schuhwerk, und vermeiden Sie schweres Heben.

Schlafen auf einer harten Matratze (eventuell ein Brett darunter legen), wirkt dem
Hohlkreuz entgegen. Bei einer Ischialgie sorgen Schwimmen und eine Neuraltherapie für Linderung. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt über die Schmerzen, damit er gezielt therapieren kann.

Schwimmen ist eine wunderbare Bewegungsform während der Schwangerschaft – sie entlastet Rücken und Gelenke und sorgt darüber hinaus für wohltuende Entspannung.

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