Die Übergangsphase – Die verschiedenen Geburtsphasen

Die Übergangsphase die Wehen in dieser Phase sind die intensivsten. Die mittlerweile sehr kräftigen Geburtswehen können jetzt im Minutentakt auftreten

Die Übergangsphase der Muttermund ist schon geöffnet, es fehlen nur noch die letzten zwei bis drei Zentimeter, bevor das Köpfchen die richtige Position erreicht hat, um geboren zu werden.

Die Übergangsphase - Die verschiedenen Geburtsphasen Für die Hebammen ist die Übergangsphase ganz deutlich am Verhalten der Frau zu erkennen. Denn allmählich ist die Atmosphäre im Geburtszimmer voller Emotionen. In dieser Phase kehren Schwangere ihr Inneres nach außen. Waren sie vorher noch beherrscht und diszipliniert, geraten sie nun in einen Strudel von Unsicherheiten oder explosivem Temperament. Äußerungen wie „Ich will nicht mehr, ich kann nicht mehr, ich will sofort nach Hause!“ oder „Macht was ihr wollt, aber holt jetzt das Kind!“ sind ganz typisch für die Übergangsphase. Solche Reaktionen sind völlig normal, denn in diesen Minuten sind die Wehen unberechenbar. Während sie vorher einer Welle ähnelten, können sie jetzt sogar mehrere Höhepunkte haben oder gleichbleibend intensiv sein. Noch dazu sind die Verschnaufpausen zwischen zwei Wehen deutlich kürzer, manchmal so kurz, dass viele Frauen das Gefühl haben, es handle sich um eine „Dauerwehe“.

 

Übergangsphase

In der Übergangsphase ist volle Konzentration auf die Atmung angesagt, damit die Wehe verarbeitet und nicht blockiert wird. Es kann sein, dass Sie bereits jetzt schon einen starken Druck nach unten spüren, gekoppelt mit dem Bedürfnis, das Kind hinauszuschieben, zu „pressen“. Wenn der Kopf aber noch zu hoch steht, wird Ihre Hebamme davon abraten und Sie stattdessen auffordern, laut zu stöhnen oder so zu atmen, wie sie es Ihnen vormacht, um dem Drang zu schieben noch nicht nachzugeben. Vertrauen Sie auf Ihre Hebamme, und folgen Sie ihren Anweisungen, denn sie weiß, wie es Ihrem Baby geht und kann einschätzen, wie sehr Sie selbst noch belastbar sind.

Ein Trost: Diese berühmt-berüchtigte Übergangsphase dauert in der Regel nur einige Minuten – dann kommt der Endspurt. Wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist und der kindliche Kopf richtig gedreht „vor der Tür“ steht, kann es losgehen.

Ehrlich: Den unangenehmsten Teil der Geburt haben Sie dann bereits hinter sich.

 

Die Lage des Kindes

In dieser Phase liegt das Baby bereits mit seinem Kopf tief in Ihrem Becken. Bevor es die S-Kurve genommen hat, drückt sein Kopf direkt auf Ihren Enddarm, und Sie verspüren einen starken Druck, als müssten Sie zur Toilette. Viele Gebärende sind jetzt irritiert und möchten am liebsten noch schnell aufs WC – für die Hebamme ein positives Zeichen, dass Ihr Kind auf dem richtigen Weg ist. Spätestens jetzt sind Sie dankbar, wenn Sie einen Einlauf bekommen haben. Und wenn nicht – auch kein Problem. Halten Sie den Stuhldrang auf keinen Fall zurück, denn sonst arbeiten Sie gegen die Wehen. Sobald das Baby die Kurve genommen hat, ist sein Weg in die Welt draußen frei. In dieser Position kann die aktive Endphase beginnen.

 

Becken bewegen

Sie können Ihrem Baby helfen, zügig auf „die rechte Bahn“ zu kommen, indem Sie Ihr Becken bewegen. Bleiben Sie nach Möglichkeit nicht passiv auf dem Bett liegen, sondern ändern Sie die Positionen nach Rücksprache mit Ihrer Hebamme. Legen Sie sich auf die Seite, wo sich der kindliche Rücken befindet – auch Gehen oder aufrechte Positionen wie Stehen oder Hocken in Verbindung mit Bewegung helfen dem Baby, sich im Geburtskanal zu drehen. Sehr gut sind übrigens leichte „Bauchtanzeinlagen“. Durch diese rhythmischen, kreisenden Drehungen des Unterleibs im Stand helfen Sie zum einen Ihrem Baby, die Schwerkraft auszunutzen und nach unten zu sinken, und zum anderen den Wehen, weiter fortzuschreiten.

 

FÜR DEN PARTNER

Manche werdende Väter entdecken plötzlich Seiten, die sie an ihrer Partnerin vorher nicht gekannt haben. Es ist gut möglich, dass Ihre Frau abweisend auf Sie reagiert. Nicht selten mischt sich Wut in den Wehen Schmerz, und Ihre Partnerin fährt Sie an: „Warum tu ich mir das an?“ oder „Lass mich mal in Ruhe“. Jetzt heißt es: Mann, sei tapfer. Wie so oft in unangenehmen Situationen suchen wir Schuldige – in diesem Fall müssen Sie vielleicht dran glauben. Nehmen Sie es nicht persönlich, und fühlen Sie sich auf keinen Fall verantwortlich für die Schmerzen Ihrer Frau! Die Natur hat es nun mal so vorgesehen, dass Frauen die Kinder gebären.

Verständnis zeigen

Zeigen Sie einfach Verständnis, und versuchen Sie, Ihre Partnerin mit lieben Worten zu trösten. Hören Sie nicht auf, sie zu motivieren mit Sätzen wie „Der Muttermund ist schon fast auf“, „Jetzt sind wir schon so weit“, „Du schaffst das“. In dieser Situation ist es ganz wichtig, dass Sie mit der Hebamme an einem Strang ziehen. Statt einem verzweifelten „So helfen Sie doch meiner Frau“, sollten Sie gemeinsam die nächste Wehe verarbeiten. Denn: Bald ist es geschafft Ihre Mühe wird belohnt!

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