Die Endphase – Die verschiedenen Geburtsphasen

Die Endphase endlich ist es so weit: Sie dürfen dem Druck nachgeben und Ihr Kind hinausschieben. Dieser Moment ist für viele Frauen eine Erleichterung.

Die Endphase trotz aller durchlebter Anstrengung werden Sie noch genügend Energie haben und können einen regelrechten Endspurt einlegen.

Die Endphase - Die verschiedenen Geburtsphasen Die Endphase hören Sie auf Ihre Hebamme, vertrauen Sie ihr, und nutzen Sie die Kraft der kommenden Wehen. Drei Dinge führen Sie zu Ihrem Baby: kräftige Wehen, gezielter Einsatz Ihrer Bauchmuskulatur und der Wille, aktiv das Baby hinauszuschieben.

Gleich werden Sie Ihren Schatz in den Armen halten können …

Erinnern Sie sich, was Sie im Geburtsvorbereitungs- oder Yogakurs geübt haben? In diesen Minuten ist es wichtig, dass Sie Ihren Beckenboden öffnen und unten locker werden. Fürchten Sie die kommenden Wehen nicht, denn sie bringen Ihnen Ihr Kind näher. Versuchen Sie, bei jeder Wehe noch ein wenig mehr zu geben, als Sie es bei der vorherigen getan haben. Wenn Sie sich verkrampfen und den Beckenboden anspannen oder zu viel in den Kopf statt nach unten drücken, verzögern Sie den Geburtsverlauf.

Die Lage des Kindes

Die richtige Position ist erreicht – jetzt heißt es nur noch: ab durch die Mitte. Ist der Kopf am Beckenboden angelangt, sind bereits die Haare Ihres Babys zu sehen! Wenn Ihre Hebamme Sie ermuntert, in die Scheide zu fassen und nach dem Kopf zu tasten, zögern Sie nicht! Es ist ein wunderbares Gefühl, diesen weichen kleinen Kopf zu berühren. Außerdem glauben Sie dann den Worten „Es kommt, es kommt!“ – und das verleiht Ihnen neue Kraft und beflügelt Sie zu Spitzenleistungen!

Doch bei aller Willens- und Schubkraft muss der endgültige Durchtritt des Köpfchens behutsam erfolgen, damit sich das Damm Gewebe langsam dehnen kann und nicht unnötig reißt. Darum wird Ihre Hebamme Sie auffordern, nicht mehr so kräftig zu schieben, wenn der Kopf schon halb draußen ist. Ist er ganz geboren, nimmt ihn die Hebamme vorsichtig in beide Hände und dreht ihn mit einem Routine-griff leicht zur Seite, damit auch die Schultern die optimale Position für den Durchtritt haben. Sind Kopf und Schultern da, gleiten Rumpf und Beine zügig nach. Dies ist der Moment, nach
dem Sie sich lange gesehnt haben: Ihr Baby ist auf der Welt!

FÜR DEN PARTNER

Endspurt auch für Sie: Halten Sie die Hand Ihrer Partnerin, wenn sie danach verlangt, und tupfen Sie ihr die Stirn ab. Viele Männer fühlen sich am wohlsten, wenn sie jetzt hinter ihrer Partnerin stehen – im wahrsten Sinne des Wortes. Seien Sie stolz auf die Leistungen Ihrer Frau, und freuen Sie sich, dass Sie Vater werden und dass Sie bei diesem wunderbaren Erlebnis dabei sein können. Es ist mit Sicherheit für immer unvergesslich.

Das Baby ist da!

Was für ein Gefühl: Ungefähr vierzig Wochen haben Sie diesen Menschen in sich getragen – seine Hickser, Klopfzeichen und Tritte gespürt, und nun halten Sie ihn in den Armen. Viele Mütter sind jetzt unsagbar glücklich, andere einfach nur erschöpft – und jede ist erleichtert, dass die Geburt geschafft ist. Lassen Sie Ihren Gefühlen freien Lauf. Sie haben die Entspannung redlich verdient, denn Sie, Ihr Partner und Ihr Baby haben Großes vollbracht. Diese ersten Minuten sollten nur Ihnen gehören.

Die Abnabelung

Idealerweise warten die Geburtshelfer mit dem Abnabeln, bis die Nabelschnur aufhört zu pulsieren. Dann kann sich der kindliche Organismus sanft auf seine Selbstständigkeit vorbereiten und an die eigene Atmung gewöhnen. Wenn Sie oder Ihr Partner die Nabelschnur durchtrennen möchten, sagen Sie dies der Hebamme. Sie klemmt die Schnur an zwei Stellen ab – und Sie dürfen in der Mitte durchschneiden. Dies ist für Mutter und Kind völlig schmerzlos, da die Nabelschnur keine Nerven besitzt.

 

 

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Übrigens

Kinder von Frauen mit Rhesusfaktor negativ werden sofort nach der Geburt abgenabelt, damit sich kindliches und mütterliches Blut nicht vermischt, wenn sich die Plazenta löst.

Die Endphase – Die Nachgeburtsphase

Die Geburt ist fast überstanden: Es fehlt noch die Plazenta. Ein alter Aberglaube verbietet es, Ihnen vorher zu gratulieren. Sobald das Kind abgenabelt ist, zieht sich die Gebärmutter noch einmal zusammen und stößt die Plazenta aus. Dies ist meist mit einer stärkeren Blutung verbunden – erschrecken Sie nicht. Eine Menge von einem halben Liter Blut ist nichts Außergewöhnliches. In der Regel kommt sie innerhalb einiger Minuten, es kann aber auch länger dauern, manchmal bis zu einer Stunde‘.

Wenn die Plazenta geboren ist, erfolgt eine gründliche Prüfung, ob sie vollständig ausgestoßen wurde, denn es dürfen keine Reste in der Gebärmutter zurückbleiben.

Nachhilfe für die Plazenta

Wenn der Mutterkuchen nicht von allein kommt, hilft meistens ein einfacher Trick:

Die Hebamme gibt Ihnen das Kind zum Saugen an Ihre Brust. Dadurch werden in Ihrem Körper bestimmte Hormone freigesetzt, die dazu führen, dass sich die Gebärmutter erneut zusammenzieht. Weitere Hilfsmittel, falls das Baby nicht mitspielt: ein dezenter Zug an der Nabelschnur, Massage der Gebärmutter, Spritzen eines Nachwehen mittels. manuelle Stimulation der Brustwarzen, homöopathische Mittel, Akupunktur oder Fußreflexzonenmassage.

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