Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

Das erste Lebensjahr in relativ kurzer Zeit entwickelt sich ein scheinbar hilfloses Menschenkind zu einem ziemlich aktiven kleinen Wesen

Das erste Lebensjahr im ersten Monat kann es noch nicht einmal den Kopf alleine heben – und nur zwölf Monate später steht es schon auf eigenen Beinen.

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind Die körperliche Entwicklung ist bei jedem Baby leicht unterschiedlich, und doch gibt es gewisse Erfahrungswerte, was ein Kind in welchem Lebensmonat können sollte. Aber die lieben Kleinen sind nun mal keine Maschinen, sondern von Anfang an kleine individuelle Persönlichkeiten, und somit läuft die Entwicklung gleichaltriger Kinder nicht unbedingt zeitgleich ab. Also kein Grund zur Panik, wenn Ihr Kind nicht zur „rechten“ Zeit robben, krabbeln oder laufen lernen will. Der kleine Leitfaden auf der Seite soll Ihnen helfen, die Entwicklung Ihres Babys richtig einzuschätzen.

Das erste Lebensjahr -Der 1. Monat

Den ersten Monat verbringen die Babys überwiegend in einer Beugehaltung, wie sie sie auch im Mutterleib eingenommen hatten. Arme und Beine sind zumeist angewinkelt, die Händchen meist geschlossen. Das Köpfchen ist derzeit Babys Hauptsache, denn es macht immerhin ein Drittel seines ganzen Körpergewichtes aus. Deshalb fällt es dem Kind auch noch so schwer, den Kopf selbstständig anzuheben.

Trotzdem ist das Baby schon fähig, den Kopf zur Seite zu drehen, wenn es auf dem Bauch liegt, um so eine ungehinderte Atmung möglich zu machen. Weil der Kopf so schwer und Babys Muskeln noch so schwach sind, muss der Kopf beim Aufheben des Kleinen immer gestützt werden.

Neugeborene bewegen sich trotzdem schon ganz schön heftig, allerdings sind viele dieser Bewegungen durch Reflexe gesteuert. Reflexe, das sind für das Kind unkontrollierbare Muskelreaktionen, die von den Eltern oft unbewusst ausgelöst werden. So zieht das Baby beispielsweise die Zehen an, wenn man es an der Fußsohle kitzelt, und es streckt die Zehen, wenn man über den Fußrücken streicht.

Das erste Lebensjahr – Der 2. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

2. Monat: Immer häufiger streckt sich das Kind für kurze Zeit, vor allem in Bauchlage.
Den Kopf zu heben fällt ihm noch sehr schwer

Die Beugehaltung des ersten Monats wird nun immer häufiger – vor allem wenn das Baby auf dem Bauch liegt – von einer kurzen Streckung des Körpers unterbrochen. Die Ärmchen des Babys sind zumeist noch angewinkelt, und die Händchen öffnen sich manchmal, beispielsweise, um einen Gegenstand zu umklammern. Der Kopf macht den Kleinen immer noch schwer zu schaffen. Zwar beginnt das Kind allmählich, sich mit den Unterarmen abzustützen und dann auch den Kopf für kurze Zeit anzuheben, aber diese Momente sind noch selten. Allein diese kurzen Augenblicke sind für das Baby schon eine riesige Leistung, wenn man sich folgende Relation vorstellt: Wenn das Baby versucht, das Köpfchen anzuheben,entspricht dies etwa dem Versuch eines Erwachsenen, seinen Kopf mit einem zwanzig Kilo schweren Hut aus der Bauchlage heraus anzuheben.

Das erste Lebensjahr – Der 3. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

3. Monat: Beim Hochziehen kann das Kind den Kopf nun in einer fast geraden Linie zum Körper halten

Die gebeugte Körperhaltung der ersten zwei Monate wird nun immer häufiger durch eine Streckung abgelöst. Liegt das Baby auf dem Rücken, so kann es sich schon nach links und rechts wenden. Versucht man, das Kind aus dieser Rückenlage heraus hochzuziehen, hilft das Baby schon ganz gut mit: Die Ärmchen sind angewinkelt, und der Kopf wird zumeist in einer Linie mit dem Körper gehalten. Zwar ist der Kopf für das Kind immer noch ziemlich schwer und kann noch nicht ausdauernd sicher gehalten werden, doch er fällt immer seltener unkontrolliert nach vorne oder -hinten. Auch der Gleichgewichtssinn des Babys wird in dieser Phase allmählich stabiler.

Liegt das Baby auf dem Bauch, kann es sich schon recht gut mit den Ärmchen abstützen und den Kopf dabei anheben. Das interessanteste Spielzeug allerdings sind für das Kind derzeit die eigenen Händchen: Die Finger werden ausführlich betrachtet und in den Mund gesteckt. Auch das Greifen und Festhalten klappt in diesen Wochen immer besser.

 

Das erste Lebensjahr – Der 4. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

4. Monat: Wenn das Kind auf dem Bauch liegt, stützt es sich jetzt schon sicher ab, es kann den Kopf gut anheben

 

Auf dem Bauch fühlt sich das Baby wohl. Es kann sich nun immer besser und sicherer abstützen, auch die Kopfhaltung macht keine Probleme mehr.

In der Rückenlage beginnt sich das Kind nun nach links und rechts zu drehen. Ganz wie im dritten Monat sind die Hände immer noch Babys schönstes Spielzeug. Sie werden vom Kind nun öfter in der Körpermitte zusammengebracht und dabei ausgiebig betrachtet.

 

Das erste Lebensjahr – Der 5. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

5. Monat: Das Kind beginnt nun zu robben.Häufig hebt es aber noch die Arme und Beine gleichzeitig an

 

Das Baby beginnt sich für Gegenstände zu interessieren, die nach intensiver Betrachtung fast generell zum Mund geführt werden. Dies ist gar nicht verwunderlich, denn der Mund ist in dieser Zeit Babys sensibelstes Sinnesorgan.

Bewegung kommt in Babys Leben: Nun beginnen sich die meisten Kinder zu drehen. Am leichtesten gelingt ihnen die Drehung von der Bauch- in die Rückenlage, aber auch umgekehrt vom Rücken auf den Bauch klappt es schon manchmal. Mit der Kopfkontrolle haben die Kinder nun auch keine Probleme mehr. Liegt das Baby auf dem Rücken, so werden immer öfter die Beinchen fest gegen die Unterlage gestemmt und der Po dadurch hochgehoben. In der Bauchlage beginnen sie mit dem Robben. Die Energie der Kleinen ist wirklich erstaunlich.

Das erste Lebensjahr – Der 6. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

6. Monat: Das Kind lässt sich jetzt aus dem Sitzen an beiden Händen hochziehen. Dabei wippt es mit den Beinchen

 

Auch ein neues Spielzeug wird jetzt entdeckt: Die Beinchen werden soweit angehoben, dass das Kind mit den Füßchen spielen kann und sogar manchmal die Zehen in den Mund steckt.

Das Baby rüstet sich zu einem Aufbruch in eine neue Welt. Es gilt, die Welt der Bewegung und Fortbewegung zu erkunden. Jedes Kind entwickelt dabei seinen eigenen Stil: Manche drehen sich so perfekt, dass sie sich rollend durch das Zimmer bewegen. Andere wiederum robben über den Boden oder beginnen noch recht unbeholfen zu kriechen. Das Baby wird in seinen Bewegungen immer selbstständiger.

Es kann sich nun aussuchen, ob es lieber auf dem Bauch oder Rücken liegen will. Aus dem Sitzen kann man das Kind an beiden Händen zum Stand hochziehen. Dabei beugt und streckt es abwechselnd seine Beinchen, was eine Wipp-Bewegung auslöst. Das ist allerdings ein Reflex, der nicht trainiert werden sollte.

Der 7. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

Auf dem Bauch liegend lässt es sich um besten spielen. Zum Abstützen reicht jetzt auch ein Arm

 

Die Bewegungen werden jetzt immer selbstbewusster: Das Baby kann sich alleine drehen und wenden, selbstständig robben oder kriechen. Will es hoch genommen werden, streckt das Kind die Ärmchen aus. Liegt das Baby auf dem Bauch, so braucht es nunmehr nur noch einen Arm, um sich sicher abzustützen. Mit der anderen Hand greift es nach Gegenständen und Spielzeug. Das Kind bereitet sich nun auf das Krabbeln vor (Amphibienhaltung), und stellt man das Kind auf die Beine, federt es auf und ab. Erstaunlich ist, wie viel Energie die Kleinen schon haben. Mit dem Sitzen will es noch nicht so recht klappen – und wenn, dann sitzt das Baby mit rundem Rücken.

Auch das wird sich schon recht bald ändern. Der Gleichgewichtssinn wird allmählich besser, zumindest versucht das Kind schon, seine Lage auszugleichen, wenn es aus dem Gleichgewicht gerät.

 

Der 8. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

8. Monat: Alleine sitzen zu können ist der entscheidende Entwicklungsschritt des
Kindes in dieser Zeit

 

Jetzt wird das Kind immer selbstständiger und beweglicher: Aus der Bauchlage heraus zieht es die Beinchen oft so an, dass es zu den ersten – wenn auch noch ein wenig unsicheren – Krabbel Versuchen starten dann durch Abstützen mit den Händen gelingt es ihm auch schon, sich seitlich in eine Sitzposition zu bringen. Das Baby sitzt jetzt mit geradem Rücken und kann sich dabei auch nach allen Seiten drehen.

 

Der 9. Monat

 

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

9. Monat: Auf allen Vieren entdeckt das Kind die Welt. Es krabbelt dabei noch ein wenig unsicher

Fasst man das Kind jetzt an den Armen, kann es sich schon von ganz alleine hinstellen, aber auf den Beinchen ist es noch recht wackelig. Alles in allem hat das Baby seinen Körper jetzt schon ganz gut unter Kontrolle, auch der Gleichgewichtssinn wird immer besser.

 

Aus der Bauchlage kommt das Baby zum Sitzen und vom Sitzen ist es nur noch ein winziges Stück bis in den Vierfüßler-Stand, der Ausgangsposition fürs Krabbeln ist. Die Bewegungen auf allen Vieren sind jedoch noch unsicher, und das Kind bewegt sich ruckartig. Ganz allmählich entdeckt das Baby jetzt auch noch eine weitere Dimension: Es zieht sich vom Sitzen oder aus der Krabbel Position an Gegenständen oder Möbelstücken hoch und steht schon eine Weile. Der Gleichgewichtssinn ist im Liegen und Sitzen schon gut entwickelt, nur in der Bewegung bleibt das Baby noch unsicher.

 

Der 10. Monat

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

10. Monat: Das Kind zieht sich jetzt an Möbelstücken oder an der Hand der Mutter hoch. Das „gesicherte“ Entlang Hangeln funktioniert schon recht gut, manchmal versucht es, sogar freihändig zu stehen.

 

Nur ein Monat ist vergangen, und aus dem unsicheren Krabbler wird ein flottes Krabbel Kind. Der Positionswechsel zwischen Sitzen und Vierfüßler-Stand klappt problemlos und schnell, immer häufiger versucht das Kind auch zu stehen.

 

Der 11. und 12. Monat

 

Das erste Lebensjahr ist wohl die spannendste Zeit mit dem Kind

11. und 12. Monat: Auch Bücken will gelernt sein. Schon bald wird das Kind mit dem
Laufen beginnen

 

Sitzen, krabbeln, stehen – für ein knapp einjähriges Kind ist das alles kaum noch ein Problem. Schon beginnen manche Kinder das nächste Ziel anzupeilen: Sie beginnen unsicher und an der Hand der Eltern, einige Schritte zu gehen. Der Gleichgewichtssinn ist nun recht gut ausgebildet, und auch die Körperkoordination wird besser.

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