Medizinische Geburtseinleitungsmethoden – Das Baby kommt auf die Welt

Es gibt triftige Gründe für Medizinische Geburtseinleitungsmethoden, zum Beispiel dann, wenn die Plazenta das Baby nur noch mangelhaft versorgt

Es gibt verschiedene Möglichkeiten: Medizinische Geburtseinleitungsmethoden

Die Blasensprengung

Medizinische Geburtseinleitungsmethoden - Das Baby kommt auf die Welt Medizinische Geburtseinleitungsmethoden. Wird die Fruchtblase vorzeitig geöffnet (mit einem Finger bringt die Hebamme die Blase zum Platzen), setzt häufig innerhalb weniger Stunden die Geburt ein. Dies ist auch ganz wichtig, denn der Geburtsakt muss nun vollzogen werden. Eine vorzeitige Blasensprengung sollte aber aus mehreren Gründen sorgfältig überdacht werden.

Medizinische Geburtseinleitungsmethoden. Erstens: Von nun an hat das Baby seine schützende Hülle verloren. Keime und Bakterien können leicht durch den Gebärmutterhals zum Kind gelangen und eine Infektion auslösen.

Medizinische Geburtseinleitungsmethoden. Zweitens: Das Kind ist nun noch mehr in seiner Bewegungsfreiheit eingeschränkt.

Medizinische Geburtseinleitungsmethoden. Drittens: Die Wehen können jetzt sehr schnell sehr schmerzhaft werden. Dies ist leicht nachvollziehbar, wenn man bedenkt, dass nun bei jeder Wehe der Kopf des Kindes regelrecht auf den inneren Muttermund prallt. Bei einer geschlossenen Fruchtblase puffert das Fruchtwasser den Stoß ab – die Wehen , können dann leichter verarbeitet werden.

Generell sollte es das Ziel sein, die Blase so lange wie möglich zu erhalten. Darum ist eine Blasensprengung auch eine eher selten gewählte Methode zur Geburtseinleitung. Zum einen ist nämlich in dem Moment meist noch unklar, ob der Körper überhaupt Wehen produzieren kann, und zum anderen muss nach der Blasensprengung die Geburt auf jeden Fall durchgezogen werden.

 

Vaginaltabletten und Scheidengele

In Form von Tabletten oder Gel wird eine Portion Prostaglandin durch die Scheide vor den Muttermund geführt. Dieses Wehen auslösende Mittel macht einen fest verschlossenen Muttermund weich und lässt ihn „reifen“. Der Erfolg kommt meist prompt – innerhalb weniger Stunden öffnet sich der Muttermund um einige Zentimeter, gefolgt von intensiven Wehen.

 

Vorteil dieser Methode:

Die Einleitung der Geburt ist (fast immer) garantiert. Der Nachteil: Einmal verabreicht, kann die Wirkungskraft der Mittel in den nächsten sechs Stunden nicht mehr korrigiert (abgeschwächt) werden- im Gegensatz zum Wehen Tropf, der exakt dosiert werden kann.

 

Der Wehen Tropf

Mittels einer Infusion wird der Schwangeren das Hormon Oxytocin über die Vene verabreicht. Dieses Hormon regt die Gebärmutteraktivität an. Einen Wehen Tropf legen Geburtshelfer nur bei reifem Muttermund an. Die Dosis wird langsam und vorsichtig gesteigert, bis die Wehen eine ausreichende Stärke erreicht haben. Da Oxytocin sehr rasch wieder abgebaut wird (die Halbwertszeit beträgt wenige Minuten), lässt sich die Häufigkeit und Intensität der Wehen sehr gut steuern und immer auf einem gut erträglichen Niveau halten.

Ein Wehen Tropf ist allerdings erst dann Erfolg versprechend, wenn der Muttermund geburtsreif ist, also bereits weich und leicht geöffnet (gegebenenfalls wird er durch die vorher beschriebenen Vaginaltabletten oder Scheidengele „vorbehandelt“) .

 

NUR IN DER KLINIK

Die oben genannten Geburtseinleitungsmethoden gibt es nur in der Klinik, nicht aber im Geburtshaus oder bei Hausgeburten.

 

Wenn das Baby auf sich warten lässt …

Je näher der Geburtstermin rückt, desto mehr gelten Hebammen als Verbündete und werden bei Übertragungen immer wieder gefragt: „Können Sie mir nicht einen Tipp geben, wie ich das Baby ermuntern kann, endlich auf die Welt zu kommen?“ Und Sie können sicher sein: Ja, jede Hebamme hat ein paar Tricks auf Lager. Die wird sie Ihnen aber nur unter einer Bedingung verraten: Wenn Ihr Körper auch wirklich reif für die Geburt ist, das heißt, der Gebärmutterhals muss bereits verkürzt und der Muttermund leicht geöffnet sein. Außerdem sollte sich das Baby in der richtigen Geburtslage befinden, also mit seinem Köpfchen im Becken liegen.

 

„Bauerneinleitung“

Wie heißt’s so schön? So wie es reinkommt, kommt es auch wieder raus. Gemeint ist die „Bauerneinleitung“ oder eine „arabische Nacht“, wie es der Volksmund nennt. Das bedeutet: Ein Liebesakt unmittelbar vor dem errechneten Termin kann die Geburt auslösen. Durchaus ein liebevoller Tipp: Zum einen enthält die Samenflüssigkeit des Mannes reichlich Prostaglandine (eine hormonähnliche Substanz, die Wehen auslösen kann), zum anderen kann sich bei der Frau durch einen intensiven Orgasmus die Muskulatur der Gebärmutter so sehr zusammenziehen, dass anschließend regelmäßige
Wehen auftreten. So manches Mal hat’s schon funktioniert. übrigens: Auch die Frau scheidet Prostaglandine aus, und zwar nicht nur beim Liebesspiel, sondern auch immer dann, wenn sie sexuell sehr stark erregt ist.

 

WEHEN-TEE

Schmeckt gut, ist schnell zubereitet und wirkt auf die Gebärmuttermuskulatur:

Geben Sie eine Stange Zimt, zehn Gewürznelken und eine kleine frische Ingwerwurzel in eine Teekanne, und über brühen Sie die Gewürze mit einem Liter kochendem Wasser. Fügen Sie einen Esslöffel Verbenen Tee (Apotheke) hinzu, und lassen Sie das Ganze einige Minuten lang ziehen. Den Tee sollten Sie möglichst lauwarm (z. B. in eine Thermoskanne füllen) schluckweise über den Tag verteilt trinken. Die Wirkung erfolgt nicht prompt, sondern erst nach ein bis zwei Tagen.

 

Homöopathische Mittel

Es gibt einige sehr wirksame Homöopathika, die zu einem spontanen Wehen Beginn verhelfen. Wichtig: Die Wahl des für Sie richtigen Mittels gehört auf jeden Fall in die Hände eines Homöopathen, besser noch in die eines in Homöopathie erfahrenen Geburtshelfers. Mit diesen Medikamenten sollten Sie lieber keine Eigenversuche durchführen Erkundigen Sie sich bei Ihrem betreuenden Arzt oder Ihrer Hebamme.

 

Einlauf

Bei vielen Frauen sorgt die vollständige Entleerung des Darmes innerhalb kurzer Zeit für einen plötzlichen Wehenbeginn. Der Grund: Durch einen Einlauf mit warmem Wasser wird die Darmbewegung angeregt, was sich auch auf die Gebärmuttermuskulatur auswirkt. Sie reagiert mit verstärkten Kontraktionen, die dann bald in Wehen übergehen können.
Rizinus-Cocktail

Wenn gar nichts anderes hilft, halten Hebammen noch einen Trumpf in der Hand: den Rizinus-Cocktail.

 

So wird’s gemacht:

Mischen Sie 2 EL Rizinusöl (Apotheke) mit 1 TL Zucker in einem kleinen Glas Bier (ca. 150 ml). Wer „harte Drinks“ bevorzugt: Geben Sie 2 EL Rizinusöl und 2 EL Cognac in 100 ml Fruchtsaft. Egal ob mit Bier oder Schnaps – es wird immer scheußlich schmecken. Dies denkt sich‘ vielleicht auch Ihr Baby und verlässt daraufhin seine Höhle.

Rizinusöl hat eine stark abführende Wirkung und löst im geburtsbereiten Körper innerhalb weniger Stunden starke Wehen aus.  Achtung: Medizinische Gründe können eine solche Form der Einleitung verbieten, z. B. eine Gestos (Schwangerschaftsvergiftung) oder eine vermutete Plazenta Insuffizienz. Dieser Geburtseinleitungsversuch kann für Ihr Kind belastend sein, deshalb unsere dringende Bitte: nur nach Rücksprache mit Ihrem Frauenarzt oder Ihrer Hebamme durchführen!

 

Stimulation der Brustwarzen

Hebammen nennen ihn „Nippeltest“: Die Schwangere und/oder ihr Partner werden ermuntert, nach einem bestimmten Schema die Brüste und besonders die Brustwarzen zu stimulieren. Diese Reizung hat zur Folge, dass die Hirnanhangsdrüse das Hormon Oxytocin freisetzt, das wiederum die Gebärmuttermuskulatur anregt, sich zusammenzuziehen und damit Wehen auszulösen. Wenn der schwangere Körper für die Geburt bereit ist, werden innerhalb der nächsten ein bis zwei Stunden auch tatsächlich Wehen auftreten.

Doch aufgepasst: Experimentieren Sie nicht zu Hause an Ihren Brustwarzen herum, denn dieser Test sollte auf jeden Fall unter Beobachtung und CTG-Kontrolle erfolgen! Denn im erfolgreichen Fall können lang anhaltende oder heftige Wehen einsetzen, die das Kind möglicherweise in Stress versetzen. Gegen wehenfördernde Liebesspiele unter zärtlicher Miteinbeziehung der Brust ist natürlich nichts einzuwenden – eine länger anhaltende Brustwarzenstimulation sollte aber wegen der Gefahr einer Überreaktion nur unter der Obhut Ihrer Geburtshelfer stattfinden.

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