Die Eröffnungsphase – Die verschiedenen Geburtsphasen

Die Eröffnungsphase die Geburt läuft in verschiedenen Phasen ab. Es gibt die Eröffnungs-, Übergangs- und End- („Austreibungs“ – )phase und Nachgeburtsphase

Die Eröffnungsphase sie als Schwangere haben das Glück, dass Sie sich darüber informieren können, z. B. im Vorbereitungskurs oder in Büchern. Dieses Angebot sollten Sie und Ihr Partner nutzen. Denn wenn Sie eine Vorstellung davon haben, was auf Sie zukommt, sind Sie besser vorbereitet.

 

Die Eröffnungsphase

Die Eröffnungsphase - Die verschiedenen Geburtsphasen Die erste Phase ist die längste. Sie beginnt mit den ersten Eröffnungswehen und endet, wenn der Muttermund vollständig geöffnet ist. Dies geschieht, indem der kindliche Kopf auf den Gebärmutterhals drückt, ihn quasi mit jeder Wehe massiert und dabei seitlich ausdehnt. Gleichzeitig wird er durch die Gebärmutterhalsmuskulatur nach oben gezogen.

Gerade bei Erstgebärenden kann dieser Abschnitt länger dauern. Exakte Zeitangaben sind nicht möglich, denn das individuelle Ereignis einer Geburt hängt von vielen Faktoren ab – z. B. von der Stärke und Häufigkeit der Wehen, von der Öffnungsbereitschaft des Muttermundes sowie von der körperlichen Verfassung und Psyche der Frau. Hatten Sie in den letzten Tagen immer mal wieder Vorwehen, so besteht die Möglichkeit, dass der Muttermund bereits einige Zentimeter geöffnet ist. Wunderbar, denn dann geht meist auch die Geburt schneller und leichter vonstatten.

 

In der Eröffnungsphase können Sie noch richtig aktiv sein.

Nutzen Sie diese Mobilität und bewegen Sie sich: Gehen Sie spazieren, steigen Sie Treppen, schaukeln Sie auf einem Gymnastikball, lassen Sie Ihr Becken kreisen. All diese Aktionen beanspruchen Ihre Beckenmuskulatur und regen automatisch die Muskulatur der Gebärmutter an. Ebenso wichtig: Entleeren Sie häufig Ihre Blase – die Gebärmutter und Ihr Baby sind dankbar über jeden möglichen Freiraum. Zieht sich die Eröffnungsphase ein wenig hin, sollten Sie nicht den Mut verlieren.

Das Baby kommt, ganz sicher. Sehen Sie es positiv: Mit langsam beginnenden Wehen können Sie sich besser vorbereiten und werden nicht „überrumpelt“. Sie haben noch ein wenig mehr Zeit, um sich, Ihren Körper und das Baby auf das große Ereignis einzustimmen.

 

PRESSEN IST OUT

Zwei Begriffe in der Geburtshilfe sollten allmählich Ablösung finden:

~ die „Austreibungsphase“ und
~ das „Pressen“.

Für beide gibt es gelungenere Ausdrücke: Keine Frau „treibt ein Kind aus“ – besser: Sie befindet sich in der .Endphase“. Und: Ein Baby kann man nicht „herauspressen“ – besser: „hinausschieben“. Darum sprechen wir hier auch nicht von Presswehen.

 

Einlauf

Fragt man Erstgebärende vor der Entbindung, wovor ihnen am meisten bange ist, äußern viele spontan: vor dem Einlauf. Doch das ist völlig ungerechtfertigt – machen Sie sich bitte keine Sorgen! Der Einlauf ist eine unkomplizierte und fixe Angelegenheit, die in ein bis zwei Minuten erledigt ist. Hemmungen sind hier fehl am Platz – vertrauen Sie sich der Hebamme an, es ist schließlich nicht der erste Einlauf, den sie gibt. Und dies macht sie auch nicht aus Spaß, sondern um Ihnen und Ihrem Baby jede Geburtserleichterung anzubieten, die Sinn hat.

Nehmen Sie also ruhig das Angebot einer Darmentleerung an. Zum einen kurbelt der Einlauf die Wehentätigkeit an, zum anderen schafft er Platz für Ihr Baby. Denn ein gefüllter Darm drückt gegen den Geburtskanal und engt ihn ein. Warum also Ihrem Liebling unnötig viel Arbeit bereiten? Hinzu kommt das Gefühl der Sicherheit, dass Sie nach einem Einlauf unter der Geburt beruhigt mit drücken können, ohne dass sich Ihr Darm dabei entleert.

 

Entspannung schaffen!

Während Sie die Eröffnungsphase haben Sie auch noch die Gelegenheit, eine für Sie angenehme Atmosphäre im Geburtszimmer zu gestalten: Zünden Sie Kerzen an, wenn Sie diese Stimmung mögen, legen Sie Ihre Lieblingsmusik auf, erfüllen Sie den Raum mit einem entspannenden Duft aus dem Duftlämpchen. essen Sie einen Energie spendenden Snack – und genießen Sie diesen letzten Abschnitt der Zweisamkeit mit Ihrem Partner.

 

FÜR DEN PARTNER

Allein Ihre Anwesenheit ist schon die halbe Miete. Lassen Sie Ihre Frau nicht allein, und tun Sie, worum sie bittet: Halten Sie ihre Hand, tupfen Sie ihr die Stirn ab, gehen Sie mit ihr spazieren, massieren Sie ihren Rücken, veratmen Sie mit ihr die Wehen, trinken Sie mit ihr einen Schluck Wasser oder Saft, und machen Sie vor allem eines: motivieren. Sätze wie „Das machst du prima!“, „Du schaffst das super!“, „Du bist die Beste!“ (i) sind gerade in diesem Moment Balsam für die Seele. Bei diesen Spitzenleistungen braucht Ihre Partnerin einen Fan, der sie anfeuert. Und Sie sollten der größte sein.

 

Essen und Trinken während der Geburt

In vielen Kliniken ist dies völlig tabu – und das nicht zu Unrecht. Bis zur letzten Minute kann es grundsätzlich ganz überraschend zu einem Kaiserschnitt kommen, etwa weil das Kind in eine Stresssituation gerät und die Geburt vorzeitig beendet werden muss. Findet die Operation in Vollnarkose statt, was häufig in Notsituationen der Fall ist, kann es zu einer lebensbedrohlichen Aspiration von Mageninhalt kommen. Das heißt, der mit Magensäure vermischte Speisebrei gelangt von der Speiseröhre über die Luftröhre in die Lunge. Geplante Operationen finden aus diesem Grund stets nur bei völliger Nüchternheit statt, in Notfällen muss man das Risiko in Kauf nehmen. Die moderne Anästhesie ist zwar heute in der Lage, diese gefürchtete Komplikation in der Regel zu vermeiden oder schlimmstenfalls zu behandeln – man muss aber nicht unnötig mit dem Feuer spielen.

Schwangere sind nie ganz nüchtern, da die Magenpassage des Essens hormonbedingt viel länger dauert als sonst. Ein kleiner Speiserest im Magen ist aber weit weniger gefährlich als eine komplette Mahlzeit. Der von uns empfohlene Energiesnack ist daher nicht falsch zu verstehen: Ein knuspriger Keks, ein Riegel Schokolade oder etwas Traubenzucker und ein Schluck Ihres Lieblingsgetränks können Wunder bewirken, verändern aber die Menge Ihres Mageninhalts so gut wie gar nicht. Sollten Sie völlig entkräftet sein, hilft die Infusion einer Traubenzuckerlösung – sie ist zwar weniger schmackhaft, dafür ist sie mit Sicherheit von schneller Wirkung, ohne dabei Ihren Magen zu füllen.

Am Ende dieser Eröffnungsphase sind die Wehen deutlich kräftiger als am Anfang. Sie kommen etwa alle drei Minuten und halten fast eine Minute an.

Die Eröffnungsphase - Die verschiedenen Geburtsphasen

Die Lage des Kindes

Es versucht in dieser Zeit, ins mütterliche Becken einzutreten. Das Baby muss sich im richtigen Moment an der richtigen Stelle im Geburtskanal drehen, denn der Weg ist eng und sehr kurvenreich. Die Eröffnungsphase: Jetzt muss das Baby seinen Kopf noch um 90 Grad drehen und das Kinn auf die Brust legen, um so den Kopf in den kleinsten Durchmesser zu bringen.

Beckeneingang ist quer oval, das bedeutet, dass Ihr Kind zuerst mit seinem Kopf eine Vierteldrehung machen muss, um den Platz vom Becken optimal auszunutzen. In der runden Beckenmitte muss es seinen Kopf erneut drehen, sein Kinn auf die Brust legen und im s-förmigen Geburtskanal eine Kurve einschlagen, um in Richtung Beckenausgang und Scheide zu rutschen.

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