Vorgeburtliche Untersuchungen, Gesundheitscheck für Mutter und Kind

Vorgeburtliche Untersuchungen, noch vor 40 Jahren haben Schwangere Frauen den Arzt erst bei der Entbindung kennen gelernt

Vorgeburtliche Untersuchungen der modernen Diagnostik sei Dank, wird heute eine werdende Mutter medizinisch gut versorgt.

Der Herzton- Wehen-Schreiber (Cardiotokograph, CTG)

Vorgeburtliche Untersuchungen, Gesundheitscheck für Mutter und Kind In den letzten zwei bis drei Monaten werden Sie bei jedem weiteren Vorsorgetermin für etwa 30 Minuten an den Wehen Schreiber angeschlossen.

Viele werdenden Mütter freuen sich auf diese entspannende halbe Stunde. Mit hochgelagerten Beinen sitzen sie bequem auf einem Sofa oder in einem Sessel und lauschen den Herztönen ihres Babys. Plötzlich ist auch jede Bewegung hörbar – wenn sich ihr Baby dreht und wendet. Ertönt ein Poltern und Rumoren aus dem Lautsprecher.

 

Und immer wieder der Herzschlag

Mit dem eTG können die kindlichen Herztöne über die mütterliche Bauchdecke durch einen Ultraschallabnehmer hörbar gemacht. Und wird aufgezeichne. Ein Schallempfänger wird mit einem elastischen Gurt oder einer schlauchförmigen, handbreiten Bauchbinde an der Stelle am Bauch platziert. Wo die Herztöne am deutlichsten zu hören sind.

Gleichzeitig liegt ein so genannter Wehen Taster auf dem Bauch. Der die Gebärmutterbewegungen registriert. Also‘ Anzahl, Abstand und Dauer der Wehen aufzeichnet. Während der Vorsorgeuntersuchungen kann er Aufschluss darüber geben. Ob bereits vorzeitige Wehen vorhanden sind.

Aus dem angeschlossenen Gerät erscheint dann ein breiter Papierstreifen. Auf dem zwei parallele Kurven für Herztöne und Wehen Verlauf aufgezeichnet sind. Ein Lautsprecher macht gleichzeitig die Herztöne hörbar. Selbstverständlich kommt das eTG auch immer während der Geburt zum Einsatz.

 

Mit dem CTG verschaffen sich die Geburtshelfer ein Bild über den Zustand des Babys. Und über die Häufigkeit und Stärke der Wehen.

Zusätzlich zu jeder Routineuntersuchung gibt es spezielle Untersuchungen. Die Schwangere nutzen können. Mithilfe dieser Spezialuntersuchungen. Die Mediziner unter dem Begriff „Pränatal-Diagnostik“ (prä = vor, natal = geburtlich)zusammenfassen. Können schon lange vor der Geburt Fehlbildungen, Infektionen, familiär vererbte Krankheiten (z. B. die Stoffwechselstörung Mukoviszidose) und chromosomale Erkrankungen wie das Down-Syndrom (auch Trisomie 21 genannt) erkannt werden.

Dabei unterscheidet man die nicht invasiven Methoden. Wie zum Beispiel Ultraschall und spezielle Blutuntersuchungen, von den invasiven (= über die Haut eindringende) Methoden. Bei denen spezialisierte Ärzte zum Beispiel mit einer Punktionsnadel in die Gebärmutter eindringen.

 

Nicht invasive Methoden- Vorgeburtliche Untersuchungen

Man sagt schwangeren oft: „In Ihrem Alter beträgt das Risiko, ein fehlgebildetes Kind zu bekommen, 1 zu xxx“. Diese Angabe ist ein Durchschnittswert. Nicht invasive Methoden berechnen das individuelle Risiko. Indem sie das Alter der Mutter, die Schwangerschaftsdauer und den Befund vom Embryo berücksichtigen.

Damit liefern sie eine wichtige Entscheidungsgrundlage für oder gegen eine invasive Diagnostik.

Aber: Auf die Frage: „Ist mein Kind durch ein Down-Syndrom fehlentwickelt?“ liefern die nicht invasiven Methoden nie ein klares „Ja“ oder „Nein“ als Antwort. Stattdessen bekommen Sie eine statistische Zahl, z. B. „Die Wahrscheinlichkeit, dass Ihr Kind eine Trisomie 21 hat, liegt bei 1:400.“

 

SPEZIALISTEN

DIE SPEZIALISTEN

Der behandelnde Gynäkologe hat die Aufgabe, das regelrechte Wachstum und Gedeihen des Ungeborenen zu überwachen und zu erkennen, wenn „etwas nicht stimmt“. Der betreuende Arzt unterscheidet grob Auffälliges vom Unauffälligen. Der Pränatal-Diagnostiker hat die Aufgabe, herauszufinden, „was nicht stimmt“, und stellt die Diagnose.

 

Ultraschall-Screening- Vorgeburtliche Untersuchungen

Generell ist Ihr betreuender Arzt verpflichtet, beim ersten Ultraschall-Screening in der 9. bis 12. Schwangerschaftswoche die Nackenfalte auszumessen. Bei Auffälligkeiten wird er Sie zur Einholung einer zweiten Meinung in ein spezialisiertes Ultraschall-Zentrum schicken.

 

1. Messung der Nackentransparenz („Genetischer Ultraschall“)

Diese Untersuchung beruht darauf, dass es einen Zusammenhang gibt zwischen der Dicke der Nackentransparenz und der Wahrscheinlichkeit für eine Trisomie 21 (Down-Syndrom).

Der „genetische Ultraschall“ kann zwischen Anfang der 12. bis Ende der 14. Woche durchgeführt werden. In diesem Entwicklungsstadium befindet sich bei jedem Ungeborenen eine mehr oder weniger stark ausgeprägte Wasseransammlung (Ödem) in Nackenhöhe.

 

Ist diese Flüssigkeitsansammlung ungewöhnlich stark, kann dies ein Hinweis auf eine Fehlentwicklung sein.

Die Dicke der gemessenen Nackenfalte, das Alter der Mutter sowie das Alter des Embryos werden in Zusammenhang gebracht. Anschließend berechnet der Experte aus diesen Faktoren die individuelle Wahrscheinlichkeit für ein Downsyndrom.

 

  • Ablauf: Genau wie ein herkömmlicher Ultraschall.
  • Vorteil: Es besteht kein Risiko für die Schwangerschaft. Es kann mit relativ hoher Genauigkeit die individuelle Wahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom errechnet werden – in der Wertigkeit im Hinblick auf Trisomie 21 steht diese Untersuchung oben an: Ihre Entdeckerrate von mindestens 80 Prozent ist sehr hoch.
  • Nachteil: Am Ende steht keine Diagnose, sondern nur ein statistisches Maß. Die Eltern werden mit einer Zahl konfrontiert und müssen damit umgehen können.
  • Kosten: Werden derzeit von den Krankenkassen übernommen.
  • Für wen ? Für Eltern, die wissen möchten, wie hoch das Risiko ist, ein Kind mit
    Down-Syndrom zu bekommen, und nicht von vornherein eine invasive Methode wählen möchten.

 

BERATUNG – Vorgeburtliche Untersuchungen

BERATUNG

In jeder größeren Stadt gibt es genetische Beratungsstellen. Dabei handelt es sich um Institutionen, in denen Humangenetiker mit Rat zur Seite stehen. Schwangere Frauen haben die Möglichkeit, ihre Probleme und Ängste zu schildern und eine Stammbaumanalyse durchführen zu lassen. Der Berater erklärt die Methoden sowie die Vor- und Nachteile der pränatalen Diagnostik. Die Beratung dauert ca. 30 Minuten und wird von den Krankenkassen bezahlt.

 

2. Triple- Test

Der Triple- Test ist ein Bluttest und dient der Abschätzung, wie hoch das Risiko ist, dass der Embryo/Fötus ein Down-Syndrom oder einen „offenen Rücken « (Spina bifida) hat. Ein auffälliger Befund bedeutet demnach nicht, dass das Ungeborene solches auch tatsächlich aufweist.

In diesem Fall wird der Arzt mit der Schwangeren besprechen, ob sie eine weitere, diesmal invasive Untersuchung (z. B. eine Plazentazentese oder Amniozentese) machen lassen möchte.

 

Auffälliger Befund – Vorgeburtliche Untersuchungen

  • Ablauf: Zwischen der 16. und 18. Schwangerschaftswoche nimmt der betreuende Frauenarzt der Schwangeren aus der Armvene ca. fünf Milliliter Blut ab. Die Probe wird in einem klinisch-chemischen Labor auf die Konzentration der bei den Hormone Östriol und Beta-HCG sowie des Eiweißstoffes Alpha-Feto Protein (AFP) untersucht. Die drei Ergebnisse werden in Bezug zum Alter der Frau und zur Schwangerschaftsdauer gesetzt. Und geben an, mit welcher Wahrscheinlichkeit das Ungeborene ein Down-Syndrom haben wird.
  • Vorteil: Der Triple- Test ist eigentlich schmerzlos, bis auf den Piks. Die Untersuchung schadet dem Baby nicht. Das Ergebnis liegt bereits nach wenigen Tagen vor.
  • Nachteil: Er hat keine 100-prozentige Aussagekraft. Die Chancen, ein Down Syndrom zu entdecken, liegen bei 60 bis maximal 70 Prozent. Voraussetzung für ein genaues Ergebnis ist, dass die Daten der Schwangerschaft wirklich stimmen. Denn es gibt eine Vielzahl von Faktoren, die den Test beeinflussen können. Z. B. ein falsch errechnetes Schwangerschaftsalter, Blutungen in der Frühschwangerschaft, Fettsucht (Adipositas ), Diabetes mellitus und Mehrlingsschwangerschaften. Die falsch-positiven Ergebnisse (das sind Ergebnisse, die fälschlicherweise einen positiven, also krankhaften Befund liefern). Können für die werdenden Eltern eine hohe psychische Belastung darstellen.
  • Kosten: Diese Untersuchungen sind nicht in den gesetzlichen Mutterschaftsrichtlinien vorgesehen. Werden deshalb auch nicht von den Krankenkassen übernommen. Die Kosten in Höhe von ca. 50 Euro müssen die werdenden Eltern
    selbst tragen.
  • Für wen? Für alle, die eine zusätzliche Sicherheit zum Ultraschall haben möchten. Aber nicht primär eine Punktion
  • durchführen lassen wollen, sich also nicht gleich für eine invasive Diagnostik entscheiden.

 

3. Spezialisierte Ultraschalluntersuchung – Vorgeburtliche Untersuchungen

Als Ergänzung zum herkömmlichen Ultraschall kann sich jede Frau in der 20. bis 21. Schwangerschaftswoche einer „großen Ultraschalluntersuchung“ unterziehen. Dieser spezielle Ultraschall erlaubt eine differenzierte Darstellung von Kopf bis Fuß. Während z. B. bei einer herkömmlichen Ultraschall Untersuchung Kopfumfang und Kopfdurchmesser gemessen werden. Kann die große Ultraschalluntersuchung zusätzliche Angaben über Hirnstrukturen (Wo ist das Kleinhirn? Wo bildet sich das
Großhirn?), Herzstrukturen (Welche Gefäße führen vom Herzen weg? Welche führen zum Herzen hin?) und Fußstellungen (Klumpfuß?) machen.

 

  • Ablauf: Wie ein herkömmlicher Ultraschall.
  • Vorteil: Die Untersuchung schadet dem Baby nicht.
  • Nachteil: Die Trisomie 21 wird im Ultraschall nicht sicher diagnostiziert. Die Schwangere wird mit einer statistischen Zahl konfrontiert und muss damit umzugehen wissen.
  • Kosten: Werden in der Regel von den Krankenkassen übernommen.
  • Für wen? Für alle Frauen geeignet, die eine zusätzliche Sicherheit zum Ultraschall haben möchten, aber nicht gleich eine Punktion durchführen lassen wollen.

 

Zwei Untersuchungen, die sich ergänzen:

Die Messung der Nackentransparenz (13. Woche) und der „große“ Ultraschall (20. Woche).

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