Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitscheck für Mutter und Kind

12 Vorsorgeuntersuchungen mindestens sind während der Zeit der Schwangerschaft vorgesehen und sollten auch wahrgenommen werden

Vorsorgeuntersuchungen sobald feststeht, dass Sie ein Baby erwarten, sollten Sie Ihren Frauenarzt aufsuchen oder den Kontakt zu einer freiberuflichen Hebamme aufnehmen. Beide haben ein Ziel: Ihnen mit Rat und Tat während der Schwangerschaft und Geburt zur Seite zu stehen.

 

Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitscheck für Mutter und Kind

Wenn Sie zum Frauenarzt gehen, sollten Sie schon sehr bald Vertrauen zu ihm geknüpft haben. In Zukunft werden Sie ihn häufiger sehen – prüfen Sie also genau, ob Sie sich bei ihm wohl fühlen. Er sollte Zeit für Ihre Probleme haben, sich die Mühe machen, Ihnen die Ultraschall Bilder zu erklären, und über anstehende Untersuchungen informieren. Vor allem aber sollte er Ihnen das Gefühl vermitteln, dass er Sie ernst nimmt. Fühlen Sie sich nicht gut aufgehoben, zögern Sie nicht, den Arzt zu wechseln. Ihre Krankenkasse befürwortet und finanziert eine sinnvolle Schwangerschafts Betreuung mit allen Untersuchungen. In den ersten Monaten finden sie alle vier Wochen statt, in den letzten Wochen vor der Geburt alle 14 Tage. Tauchen zwischendurch Probleme auf, können Sie Ihren Frauenarzt natürlich jederzeit aufsuchen.

 

Folgende  Vorsorgeuntersuchungen finden bei jedem Termin zur Vorsorge statt

Blutdruckmessung

Ein normaler Blutdruck liegt bei 120/80 mm Hg (Millimeter Quecksilber), als obere Grenze toleriert man 140/90 mm Hg. Liegt der Blutdruck deutlich höher (ab 150/100 mm Hg), spricht man von hohem Blutdruck (Hypertonie) – eine Gefahr für Mutter und Kind. Kommen Symptome wie Wasseransammlungen und/oder Eiweiß im Urin dazu, spricht man von einer Schwangerschaftsvergiftung (Gestose).

 

Urinanalyse

Bei jedem Termin wird eine Urinprobe von Ihnen einbehalten. Sie wird untersucht auf Eiweiß (kann auf Nierenprobleme oder Schwangerschaftsvergiftung hinweisen), Zucker (kann auf Diabetes mellitus hinweisen), Nitrit (Salze) und Blut (können auf Harnwegsinfekte oder Nierenbeckenentzündung hinweisen).

 

Blutanalyse

Mindestens bei jeder zweiten Vorsorgeuntersuchung pikst die Arzthelferin in Ihren Finger und entnimmt einen Tropfen Blut. Anhand des Blutbildes kann der Arzt frühzeitig einen Eisenmangelzustand erkennen.

 

Gewichtskontrolle

Durch das regelmäßige Wiegen auf immer derselben Waage können Sie und Ihr Arzt Ihre Gewichtsveränderung beobachten. Nicht immer sind Naschereien für eine übermäßige Gewichtszunahme verantwortlich – auch Wassereinlagerungen können die Ursache sein.

 

Abtasten

Bei jedem Termin tastet der Arzt den Unterleib ab. Vorsichtig fühlt er mit ein oder zwei Fingern einer Hand durch die Scheide nach Muttermund und Gebärmutterhals, mit der anderen Hand tastet er den Bauch ab. Dadurch kann er den aktuellen Stand der Gebärmutter (Fundusstand) sowie die Lage des Kindes ermitteln und feststellen, ob der Muttermund noch fest verschlossen ist.

Zusätzlich sind mindestens drei große, auch von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlte Ultraschalluntersuchungen vorgesehen. Im Mutterpass auf den Seiten10 bis 11 werden die Ergebnisse notiert.

 

Ultraschalldiagnostik (Sonographie) -Vorsorgeuntersuchungen

Ursprünglich wurde die Ultraschalltechnik im Zweiten Weltkrieg entwickelt, wo man mit ihr U-Boote aufspürte. Heute ist sie aus der Schwangerschaftsvorsorge nicht mehr wegzudenken. Viele Eltern warten sehnsüchtig auf die nächsten Ultraschallaufnahmen ihres Babys – sie können sehen, wie sein Herz pocht, wie es mit den Händen fuchtelt und den Beinen strampelt und wie es Daumen lutscht. Viele Väter nehmen sich die Zeit, um an diesen Vorsorgeterminen dabei zu sein. Aber Ultraschalldiagnostik ist weit mehr als „Baby-Watching“: Sie liefert dem Arzt die Möglichkeit, auf schmerzlose und ungefährliche Weise das Ungeborene zu beobachten: wie sein Herz schlägt, wie es wächst, wie es sich bewegt, wie es sich entwickelt.

Durch das Ultraschallverfahren kann sich der Arzt im Laufe der Schwangerschaft ein Bild über Plazenta, Fruchtwassermenge und Muttermund machen. Wesentliche Bedeutung erhält die Ultraschalldiagnostik in der Aufdeckung von kindlichen Fehlbildungen, z. B. Wasserkopf (Hydrozephalie), offener Rücken (Spina bifida), Wirbelsäulenspaltbildung (Meningomyelozele) und Nabelschnurbruch (Omphalozele). Ebenso können mögliche Hinweise für genetische Defekte (z. B. ein verbreitertes Nackenödem) entdeckt wer- den. Schon bei der zweiten großen Ultraschalluntersuchung zwischen der 19. und 22., spätestens ab der 30. Schwangerschaftswoche kann der Arzt per Ultraschall das Geschlecht Ihres Babys zuverlässig erkennen. Der Arzt wird Sie fragen, ob Sie wissen möchten, was in Ihnen heranwächst – ein Mädchen oder ein Junge. Nehmen Sie es ihm aber nicht übel, wenn er es nicht auf Anhieb klar bestimmen kann. Wenn dieses Geheimnis erst nach der Geburt gelüftet werden soll, sagen Sie ihm rechtzeitig Bescheid.

 

Wie funktioniert Ultraschall? – Vorsorgeuntersuchungen

In Höhe der Gebärmutter verteilt der Arzt Kontaktgel auf Ihrem Bauch. Mit dem Ultraschallkopf, der Sender und gleichzeitig Empfänger ist, fährt der Arzt sanft über die Bauchdecke. Das Gerät sendet schnell schwingende Schallwellen durch die Muskeln ins Fruchtwasser. Ähnlich wie beim Radar werden diese Klangwellen (Echos) zurückgeworfen, vom Ultraschallkopf wieder aufgefangen und in elektrische Signale umgewandelt. Auf dem Monitor entsteht aus den Lichtpunkten ein Bild. Dabei handelt es sich natürlich nicht um eine Fotografie, sondern um eine skizzenhafte Darstellung. Neuere Techniken bieten eine dreidimensionale (3D-) Darstellung des Ungeborenen, was zweifelsfrei nett anzusehen ist.

Der medizinische Nutzen dieser Geräte ist allerdings umstritten. Dieses Verfahren gehört nicht zur Routine Anwendung, zählt daher zur Individuellen Gesundheitsleistung und muss meist extra bezahlt werden.

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