Mit dem Baby unterwegs – Sicherer Umgang mit dem Baby

Mit dem Baby unterwegs selbst Neugeborene werden heute nicht mehr in Watte gepackt. Und weil die Mutter meist mit dem Baby allein zu Hause ist, muss sie es zwangsläufig zu jeder Besorgung mitnehmen

Mit dem Baby unterwegs, aus diesem Grund ist das Angebot an Autositzen, Kinderwagen und Tragehilfen riesengroß. Doch wie viel Hitze, Kälte und Ozon vertragen unsere Kleinsten?

Mit dem Baby unterwegs - Sicherer Umgang mit dem Baby

Wann an die frische Luft?

Ihr Neugeborenes ist für ein Leben auf dieser Erde geschaffen, und deshalb verträgt es frische Luft von Anfang an. Haben Sie deshalb keine Angst, nach dem Klinik Aufenthalt Ihr Baby in den Garten oder auf den Balkon zu stellen oder es bei Besorgungen im Kinderwagen durch die Gegend zu kutschieren. Denn durch die indirekte UV-Einstrahlung des Tages Lichtes wird die Produktion von Vitamin D in der Haut angeregt. Das ist für eine optimale Entwicklung der Knochen lebensnotwendig.

Außerdem härtet ein regelmäßiger Aufenthalt an der frischen Luft Babys ab. Untersuchungen haben überdies ergeben, dass die Luft in den eigenen vier Wänden meist belasteter ist durch Keime, Staubmilben, chemische Stoffe und Zigarettenrauch als im Freien. Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass nichts ein Baby so beschäftigt und beruhigt, wie sich wiegende Zweige im Blickfeld und die Geräuschkulisse von draußen (auch wenn’s Autos sind!). Es schläft an der frischen Luft oder danach in seinem Bettchen einfach besser. Gut, wenn Sie einen Garten, eine Terrasse oder Balkon haben, denn dann müssen Sie nicht mit dem Kinderwagen spazieren gehen, sondern können sich währenddessen Zeit für sich selbst nehmen.

 

Vorsicht vor Extremsituationen

Extremsituationen gegenüber ist Ihr Baby jedoch noch sehr empfindlich. Temperaturunterschiede kann es wesentlich schlechter ausgleichen als wir Erwachsenen: es hat eine relativ viel größere Körperoberfläche, es hat eine geringere »Masse«, und es kann noch nicht so gut schwitzen. Vor allem ist es nicht in Lage, selbst den Hitze- oder Kälte zustrom zu regulieren. Es kann nur schreien, wenn’s ihm zu heiß oder zu kalt ist, und Sie zu Hilfe holen.

 

Das schützt Ihr Baby vor Hitze

Entgegen unserer Überzeugung: meist leiden Babys an Überhitzung. Entweder bei sommerlichen Temperaturen oder in der kalten Jahreszeit in überheizten Räumen, wenn sie einfach zu dick eingepackt sind.

Kleiden Sie Ihr Kind am besten in Naturfasern. Baumwolle und Wolle sorgen für Temperaturaustausch.

Ihr Baby schwitzt im Nacken: ein Kontrollgriff zeigt Ihnen, ob es zu warm angezogen ist.

An heißen Tagen müssen Flaschenkinder besonders viel trinken. Stillen Sie, braucht Ihr Baby vielleicht eine Extra-Mahlzeit. Nur bei sehr trockener Hitze können Sie ihm zusätzlich einen ungesüßten Tee anbieten.

Lassen Sie Ihr Baby nie in der Sonne, sondern immer im Schatten stehen. Es verträgt noch keine direkte Sonne, und die Hitzeentwicklung wäre zu groß. Sonnenschutzcreme ist deshalb in der Regel überflüssig. Günstig ist ein Sonnenhut, der mit einem Band unter dem Kinn befestigt wird.

So gefährlich Zug und Wind für ein Neugeborenes sind: ein leichter Lufthauch transportiert die Hitze vom Körper weg und ist deshalb wichtig.

 

Wichtig

Ein überhitztes Kind ist apathisch und erschöpft. Bringen Sie es sofort ins kühle Zimmer, ziehen Sie es aus, fächeln Sie ihm Luft zu, geben Sie ihm zu trinken. Abwaschen mit lauwarmem Wasser bringt ebenfalls Kühlung. Und informieren Sie sofort den Kinderarzt.

 

So genießt Ihr Baby Winter Freuden

Selbst bei Temperaturen unter O°C darf Ihr Baby in den ersten Wochen und Monaten an die frische Luft. Allerdings nicht allzu lange: lieber zweimal eine halbe Stunde als einmal zwei Stunden lang. Voraussetzung ist eine warme »Verpackung«.

Ideal für die Kinderwagen Ausstattung ist ein Fußsack aus Lammfell. Oder eine Fell Unterlage und Wolldecken (aus Lama oder Kaschmir, die besonders leicht, aber nicht ganz billig sind) mit Federbettchen obenauf.

Steht Ihr Kinderwagen aus Platzgründen vor der Haustür oder in einem ungeheizten Flur, dann legen Sie zum Anwärmen kurz vor der Ausfahrt eine Wärmflasche hinein.

Ist Ihr Kind bis unters Kinn eingemummelt, sind Jäckchen, Handschuhe und Mütze aus Wolle ausreichend (setzen Sie Ihrem Baby unter der Wollmütze ein Baumwollhäubchen auf). Ist bei Ausfahrten der halbe Oberkörper frei, sollten Sie Ihr Baby mit Thermoanorak und -handschuhen schützen.

Eine Wärmflasche im Fußsack hält zusätzlich warm.

Steht Ihr Kind zum Schlafen draußen im Wagen, prüfen Sie jede halbe Stunde
mit einem Griff in den Fußsack die Temperatur: er muss warm sein.

Tragehilfen sind bei großer Kälte ungeeignet, weil sich das Baby darin nicht bewegen kann und sich kein warmes Nestklima wie im Wagen bildet.

Cremen Sie eine Viertelstunde vor dem Ausgang das Gesichtchen mit Creme oder Babyöl dünn ein. Die Haut darf allerdings nicht mehr feucht sein, wenn Sie an die Luft gehen.

 

Wichtig!

Verbrühungen durch Wärmflaschen passieren leider häufig. Prüfen Sie einige Minuten nach dem Einfüllen die Temperatur mit dem Inneren Ihres Handgelenks – es darf gut warm, aber nicht heiß sein. Schlagen Sie die Flasche zusätzlich in ein Frotteetuch ein. Benutzen Sie große Wärmflaschen, denn sie halten länger die Temperatur, auch nicht so heiß eingefüllt.

 

Gefahren aus der Luft

Autoabgase belasten die Atmungsorgane Ihres Kindes.

Wählen Sie für Spaziergänge immer verkehrsferne Routen, wenn es möglich ist. Meiden Sie Innenstadt und stark befahrene Straßen.

Die Abgaskonzentration ist in Auspuffhöhe wirklich am extremsten. Ein hoher Sport oder Kinderwagen ist in der Stadt deshalb besser als ein Buggy. Neben Luftverschmutzung, Hitze und Frost ist ein hoher Ozongehalt gerade für Babys gefährlich: sie atmen relativ häufiger als Erwachsene, selbst wenn sie schlafen.

Werte unter 120 Mikrogramm gelten als ungefährlich.

Ab 180 Mikrogramm sollten Sie Ihr Baby nur noch vormittags längere Zeit nach draußen stellen.

Bei Werten über 250 Mikrogramm darf ein Baby nur noch 1 Stunde am Tag ins Freie.

Über 300 Mikrogramm behalten Sie Ihr Kind am besten im Haus, denn in geschlossenen Räumen baut sich der Ozon an Wänden und Möbeln innerhalb von einer Viertelstunde ab.

 

WARUM OZON SCHADET
~ Ozon dringt tief in die Lunge ein, setzt ihre Leistungsfähigkeit herab und reizt sie. Dadurch wird Ihr Kind anfälliger für Infektionen und Allergien. Der Ozongehalt der Luft steigt von Nord- bis Süddeutsch land und vom Flachland bis ins Mittelgebirge an. Im Tagesablauf liegt die Konzentration zwischen mittags und abends am höchsten, früh morgens ist sie am niedrigsten. Im Rundfunk werden die aktuellen Werte beim Wetterbericht in der kritischen Jahreszeit durchgegeben.

Schreibe einen Kommentar