Die erste Woche mit Ihrem Baby im Krankenhaus oder Zuhause

Die erste Woche Wenn Sie nicht ambulant oder zu Hause entbunden haben, dann sind Sie nun ein paar Tage im Krankenhaus »interniert«

Die erste Woche Das ist nicht ideal, aber Sie können etwas wirklich Positives daraus machen: Lernen Sie Ihr Baby kennen.

Die erste Woche mit Ihrem Baby im Krankenhaus oder Zuhause Die erste Woche machen Sie Ihre ersten Erfahrungen beim Wickeln, Baden und Stillen beziehungsweise Flasche geben, und bitten Sie um Unterstützung, wenn manches noch nicht so recht klappt. Das ist ganz normal, und das Wochenbett hat es in sich. Versuchen Sie, sich so gut wie möglich in dieser Zeit zu erholen, denn zu Hause warten sicher bald wieder eine Menge Pflichten auf Sie.

 

Sie und Ihr Baby

In den ersten Tagen stellen Sie wahrscheinlich erstaunt fest, dass Ihr Baby meistens schläft, sich nur mit ganz zartem Stimmchen meldet und Sie eine Menge Zeit für sich haben. Vergessen Sie nicht: Es hat sich von einer großen Strapaze zu erholen und muss sich erst auf seine neue Existenz einstellen – das kostet Kraft. Aber das wird nicht so bleiben. Nutzen Sie deshalb die Ruhezeit Ihres Kindes zur eigenen Regeneration, dann werden Ihnen später die nächtlichen Störungen auch nicht so viel ausmachen.

Rooming-ln: Ideal fürs Füttern und Schlafen

Dass Sie rasch mit Ihrem Baby vertraut werden, dafür bietet die gemeinsame Unterbringung von Mutter und Kind – das Rooming-in – die beste Voraussetzung. Viele Untersuchungen haben gezeigt, dass Mutter und Kind gerade nach der Geburt zusammenbleiben sollten. Ihr Baby weiß von Anbeginn, dass Sie da sind, wenn es Sie braucht. Aber auch für eine befriedigende und erfolgreiche Stillzeit ist das »Rooming-in« eine geradezu ideale Vorbedingung. Das Wechselspiel Ihrer Beziehung kann sich nur entfalten wenn Sie wirklich zusammen sind.

In der Regel wird Ihr Baby in einem Säuglings Bettchen neben Ihrem Bett stehen. Sie können es aber auch getrost in Ihrem eigenen Bett behalten. Das Anlegen und Weiterschlafen ist viel unkomplizierter, und entgegen allen Befürchtungen, die Sie haben mögen, ist noch nie ein Baby dabei zu Schaden gekommen. Ihrem Baby tut die vertraute Nähe und Körperwärme in der ungewohnten Umwelt nur gut!

Nur bei Rooming-in lässt sich das Füttern nach Bedarf wirklich realisieren und schützt Sie die allmählich steigende Milchproduktion vor einem schmerzhaften Einschuss. Und auch wenn Sie nicht stillen, tut es Ihrem Baby gut, von Ihnen selbst die Flasche zu bekommen, wenn es hungrig ist.

Rooming-in ist für alle Mütter wünschenswert

Schwierig wird es, wenn mehr als 2 Mütter ein Zimmer teilen: Der Wunsch nach Ruhe kann dann zu einem ausschließlichen Tages-Rooming-in führen. Doch wenn Sie gleichgesinnte Mütter auf dem Flur finden, können Sie versuchen, ein neues Zimmer gemeinsam zu belegen und die Babys dann auch nachts bei sich zu behalten.

Der kritische Punkt in dieser Anfangsphase ist die häufig gestörte Nachtruhe, wenn Ihr Baby etwas trinken möchte. Alles spricht jedoch dafür, dass Sie Ihr Kind auch nachts selbst füttern sollten. Denken Sie bitte auch daran, dass Sie um so vertrauter mit Ihrem Baby sind, je intensiver Sie die ersten Tage genutzt haben. Wenn Sie dann nach Hause kommen, werden Sie, der Vater und das Baby dieses Opfer zu schätzen wissen. Denn wer in der Klinik durch schlief, wird zu Hause mit nächtlichen ·Störungen weniger gut zurechtkommen – das schafft Probleme. Die Tage in der Klinik sind Ihre »Flitterwochen« mit dem Baby: Sie werden entlastet, um sich in dieser Zeit wirklich ganz auf den Neuankömmling einzustellen. Außerdem: Sie wissen, dass Ihr Baby in der Nähe ist, Ihr Baby »weiß« das jedoch nur, wenn es Ihre Nähe wirklich spürt.

SPEZIELL FÜR VÄTER

~ Zeigen Sie Ihrer Frau, dass Sie sich freuen, dass Sie sie schützen wollen und dass Sie auf Ihr Baby stolz sind. Damit helfen Sie ihr über die Anpassungsschwierigkeiten der ersten Zeit hinweg und können auch den Baby-Blues in Grenzen halten. Auch ob Ihre Frau erfolgreich stillen kann oder nicht, liegt mehr als Sie glauben mögen in Ihrer Hand. Befürworten Sie es nicht, lösen Sie einen schweren Konflikt aus, der den Still Erfolg gefährdet. Sollte die Milch einmal nicht richtig fließen, ermutigen Sie Ihre Frau, stärken Sie ihr Selbstvertrauen, entlasten Sie sie. Signalisieren Sie einfach, dass auch Sie bereit sind, sich für dieses gemeinsame Ziel einzusetzen. Sie werden über die positive Wirkung erstaunt sein.

Wichtig!

Viele Entbindungskliniken bieten heute an, Ihr Kind über Nacht ins Kinderzimmer zu nehmen, damit Sie besser schlafen können. Die Schwestern bringen Ihnen Ihr Baby zum Stillen, wenn es nachts Hunger hat. Das ist sicher gut gemeint, aber vergessen Sie nicht, dass bei der heute insbesondere nachts so knappen personellen Besetzung in den Kliniken bei allem guten Willen lange Wartezeiten entstehen können, bis Sie Ihr Baby tatsächlich stillen können.

Die erste Woche -Das Wochenbett

Wenn sich bei der Geburt die Plazenta (Mutterkuchen) von der Gebärmutter löst und als Nachgeburt ausgestoßen wird, hinter lässt sie dort, wo sie an der Gebärmutterwand haftete, eine großflächige Wunde. Das hört sich schlimmer an, als es ist, denn die Blutgefäße schließen sich schnell, und die Nachwehen sorgen dafür, dass die Fläche kleiner wird. Doch noch nach 6 bis 8 Wochen sondert diese Wunde Sekrete ab, ähnlich wie bei einer Menstruation. Zunächst sind sie eher blutig, dann braun, dann werden sie zunehmend wässrig und schwächer. Dieser Zeitraum wird als das sogenannte Wochenbett bezeichnet, die junge Mutter nannte man früher Wöchnerin. Heute ist das kaum noch üblich, und die besondere Schonung, auf die eine Mutter in dieser Zeit Anspruch hatte, schwindet.

Die »neue Mutter« entbindet ambulant, steht am nächsten Morgen singend unter der Dusche, schmeißt den Haushalt und stillt so nebenher …

Das geschieht in Ihrem Körper

Die Realität ist anders: Schonung ist schon deshalb wichtig, weil Nachblutungen auftreten können. Außerdem ist die körperliche Umstellung in dieser Zeit dramatisch:

  • Ihre Gebärmutter verkleinert sich von 1 kg auf 70 g!
  • Der Schwangerschaftshormonspiegel fällt bei der Geburt steil ab.
  • Die Oxytocin- und Prolaktinbildung steigt an und wird bei jedem Anlegen des Babys weiter angeregt. Ihr Busen wird noch einmal größer.
  • Dadurch wird die Bildung des Gelbkörperhormons gestoppt: Die Menstruation bleibt aus.

Mit anderen Worten: Ihre Kräfte werden im höchsten Maße strapaziert und das nach der anstrengenden Geburt. In dieser labilen Situation belasten die Schlaf armen Nächte mit dem Baby zusätzlich. Wenn dann zu Hause noch eine verständnislose, fordernde Umgebung dazukommt, ist die Krise vorprogrammiert.

Die erste Woche – Der Wochenfluss

Er ist ein Wundsekret – weiter nichts. Früher galt er als unrein, und Kindbettfieber und Brustdrüsenentzündung wurden mit ihm in Verbindung gebracht. Ich wagte vor 13 Jahren kaum, mein erstes Kind in der Klinik zu mir ins Bett zu nehmen. Heute gestattet man der Mutter sogar ein Vollbad schon in der Wochen Bettzeit.

  • Der Wochenfluss dauert 6 bis 8 Wochen. Solange er noch stark ist, verwenden Sie Vorlagen, die wie Flockenwindeln aussehen. Sie bekommen sie in der Klinik. Später können Sie zu normalen Binden übergehen. Tampons sollten Sie besser noch nicht verwenden.
  • Ohne es zu übertreiben, ist ein wenig Vorsicht sicher nicht falsch. So ist Duschen in der Wochenbett Zeit garantiert unbedenklich, wenn Sie sich von oben nach unten abseifen. Zum Vollbad fehlt in der Regel sowieso die Zeit, und nach dem nächtlichen Schwitzen tut der tägliche Wasserguss einfach gut.

Die erste Woche – Der Milcheinschuss

Nachdem in den ersten Tagen nur sehr kleine Mengen Vormilch gebildet werden, die Ihr Baby aber mit Begeisterung trinkt, schießt zwischen dem 2. und 3. Tag nach der Entbindung die Milch ein. Wenn Sie währenddessen Ihr Kind nicht in kürzeren Abständen anlegen können, schwillt Ihr Busen wahrscheinlich zunächst erheblich an. Ich hatte das Gefühl, zwei Klötze in meinem Büstenhalter zu haben, die gar nicht zu meinem Körper zu gehören schienen. Ist die Brust erst hart und prall, hat das Baby Mühe, die Warze zum Saugen zu umfassen. Selbst Pumpen bringt in dieser Situation oft nichts: Die Brust gibt ohne den Oxytocinreiz, der durch das Ansaugen des Babys ausgelöst wird, die Milch nicht her. Hält diese Situation an, kann es zum Milch Stau kommen.

  • Die beste Vorbeugung ist häufiges Anlegen. Da trifft es sich gut, dass Ihr Baby in der Zeit ‚des Milcheinschusses wieder munterer wird und ebenso trinkfreudig wie in den Stunden nach der Geburt.
  • Rufen Sie die Schwester, wenn Sie unsicher sind. Sie kann Ihnen auch kühlendes Gel oder Umschläge zur Linderung der Spannungsgefühle geben.
  • Wie Sie einer möglichen Brustdrüsenentzündung vorbeugen können.
  • Nach spätestens einem Tag wird Ihre Brust wieder weich und kleiner sein und tatsächlich noch nicht die enormen Milchmengen produzieren, die der Einschuss erst vermuten ließ.

Die erste Woche – Die Nachwehen

Die Geburt ist glücklich überstanden, Sie sind ganz entspannt und legen Ihr Baby an. Zum ersten Mal trinkt es herzhaft, und Sie zucken vielleicht zusammen. Denn manche Frauen haben schon beim ersten (alle aber sicher spätestens beim dritten Kind) kräftige Nachwehen. Das frustriert: Was Sie hinter sich zu haben glaubten, ist auf einmal wieder da. Grund: das Saugen löst einen Oxytocinstoß aus, der die Gebärmutter zur Kontraktion bringt. Und das kann so heftig ausfallen, dass es einer Wehe entspricht. Nur Ihre Motivation, diese unangenehmen Gefühle zu tolerieren, ist einfach dahin.

  • Versuchen Sie positiv zu sehen, dass sich Ihre Gebärmutter bei jeder Nachwehe weiter verkleinert und so Ihre körperliche Regeneration kräftig unterstützt. Atmen Sie wie bei der Entbindung in die Wehe hinein .
  • Zur zusätzlichen Unterstützung der Rückbildung wird Ihnen vielleicht ein kleiner Sandsack auf den Bauch gelegt, das wirkt auch mildernd.
  • Notfalls können Sie sich von der Schwester ein Mittel zur Entkrampfung geben lassen, aber nur, wenn es ganz sicher nicht das Baby über die Milch beeinträchtigt.

Wenn Sie nicht stillen möchten

Wenn Sie von Anfang an ganz sicher sind, dass Sie nicht stillen wollen oder können, sollten Sie das möglichst bald nach der Entbindung besprechen. Vielleicht findet sich doch eine Möglichkeit, wenigstens 2 bis 3 Wochen zu stillen. Das erleichtert dem Baby den Start.

  • Ist das auszuschließen, sollten Sie sich vom Klinik Arzt vor dem Einschuss Tabletten geben lassen, um die Milchbildung zu unterbinden und Ihnen die sinnlose Belastung zu ersparen.
  • Trinken Sie in dieser Zeit etwas weniger.
  • Versuchen Sie aber gleichzeitig, Ihrem Kind selber die Flasche zu geben. Denn wenn Sie es von Anfang an den Schwestern überlassen, kann sich Ihre Beziehung nur schlecht entfalten.

Die erste Woche – Schwitzen ist normal

Nach der Geburt befreit sich der Körper nach und nach vom eingelagerten Gewebswasser. Gleichzeitig sollten Sie in der Stillzeit für die Milchbildung viel trinken. Aus diesen beiden Gründen müssen Sie wahrscheinlich nachts öfter auf die Toilette. Das Gewebswasser wird jedoch vorwiegend ausgeschwitzt, das ist ungewohnt, aber normal.

Unangenehm wird es nur, wenn Sie nachts stillen. Sie sollten deshalb schon in der Klinik ein Bett Jäckchen oder ein Schultertuch bei sich haben. Denn nass geschwitzt in kühler Nacht eine Viertelstunde an der Luft zu sein, ist unangenehm und kann schnell zu einer Erkältung führen.

Die erste Woche – Wenn der Dammschnitt schmerzt

Die ersten Tage mit dem Baby könnten so schön sein, wenn der Dammschnitt nicht wäre: Zwei Drittel der Frauen, die bei der Entbindung geschnitten wurden oder gar gerissen sind, haben mit der Wunde Probleme. Sie wissen nicht, wie sie sitzen sollen, sie haben Angst vor jedem Gang auf die Toilette, sie haben Schmerzen. Doch gegen diese Beschwerden kann man durchaus etwas unternehmen:

Die beste Heilkur sind Sitzbäder mit den Gerbstoffen der Eichenrinde (Tannolact aus der Apotheke). Fangen sie schon am ersten Tag nach der Entbindung damit an. Bitten Sie die Klinik Schwester darum. Sicherheitshalber sollten Sie den Badeextrakt gleich in Ihren Klinik Koffer packen. Zu Hause hilft Ihnen ein Bideteinsatz fürs WC (Sanitätsfachhandel), denn ein Vollbad .ist zeitlich oft nicht drin.

  • Verzichten Sie auf Salben und Cremes, sie könnten zusätzlich reizen. Massieren Sie die Naht lieber sanft mit Johanniskrautöl (Apotheke).
  • Zum Waschen am besten nur klares, lauwarmes Wasser nehmen, seifige Substanzen brennen.
  • Wenn’s auf der Toilette weh tut: Nach dem Wasserlassen mit lauwarmem Wasser nachspülen.
  • Kühlung tut bei Entzündung gut. Legen Sie einige Eisstückchen in einen feuchten Einmal Handschuh und kühlen Sie die Wunde etwa 2 Minuten. Bitte nicht länger, sonst gibt’s eine Blasenentzündung.
  • Ein Aufblasbarer Sitzring (Sanitätsfachgeschäft) erleichtert in den ersten Tagen das schmerzfreie Sitzen. Nach ein bis zwei Wochen sollte der Dammschnitt völlig geheilt sein. Haben Sie immer noch Probleme, sollten Sie den Frauenarzt aufsuchen.
EXTRA-TIP

~ Stichwort Besuche im Krankenhaus: In jedem Krankenzimmer geht die Tür tagein und tagaus -zigmal auf und zu. Das ist schon schlimm genug. Und nun noch die Familie und die Bekannten, die von Ihnen erwarten, dass Sie fit im Bett sitzen, sich freuen und Ihren Charme verströmen. So gerne Sie Ihr Baby bewundern lassen, gerade in den Tagen nach der Geburt sollten Sie Gelegenheit haben, Ihre erschöpften Batterien aufzuladen, um genügend Energien für Ihr Kind zu tanken. Ermüdende Familienbesuche bewirken jedoch oft das Gegenteil. Da hilft nur eins: Ein Schild BITTE NICHT STÖREN an die Tür und einen entschlossenen Vater zu Hilfe holen.

Die erste Woche – So kommt die Verdauung in Schwung

Sie fühlen sich unten herum noch ganz wund – und sitzen Stunden auf der Toilette. Nichts geht mehr! Und ein bisschen Angst vor Schmerzen haben Sie auch. Die plötzliche Veränderung im Bauchraum und die Hormonumstellung sind verantwortlich für die Verstopfung. Das Problem erledigt sich nicht von alleine, es wird eher schlimmer. Denn der Körper zieht aus dem Enddarm immer mehr Flüssigkeit. Andererseits sind Abführmittel, wenn Sie stillen, tabu.

  • Nehmen Sie 2- bis 3 mal täglich einen Esslöffel gelben Leinsamen mit etwas Joghurt und trinken Sie danach 1/4 Liter Flüssigkeit.
  •  Viel Trinken fördert nicht nur die Verdauung, sondern auch das Stillen.
  • Rückbildungsgymnastik bringt den Darm in Bewegung.
  • Meiden Sie schwarzen Tee, Schokolade, Kakao, Süßigkeiten, bevorzugen Sie Sauermilch- und Vollkornprodukte.
  • Notfalls lassen Sie sich von der Schwester ein Zäpfchen oder Mini-Klistier geben.

Die erste Woche – Zwischen Check fürs Baby

Während des Aufenthalts in der Klinik wird Ihr Baby automatisch einem sogenannten Screening-Test, das heißt einem speziellen Suchtest nach bestimmten Krankheiten unterzogen. Der Grund dafür sind eine Reihe von schweren chronischen Erkrankungen, die unbehandelt zu geistigen Schäden führen können. Hierzu gehören vor allem angeborene erbliche Stoffwechselkrankheiten, bei denen der Körper nicht in der Lage ist, einen bestimmten, im Stoffwechsel entstehenden Eiweißbaustein abzubauen. Dieser verursacht durch seine Anhäufung im Blut schwere, irreparable Schäden im Gehirn. Schon wenige Tage nach der Geburt kann man die jeweilige Erkrankung an der Erhöhung des untersuchten Stoffes im Blut erkennen und durch eine sofortige spezielle Behandlung rechtzeitig Schäden verhindern. Das geschieht, indem man den bestimmten Eiweißstoff soweit wie möglich aus der Ernährung des betroffenen Babys entfernt.

Die erste Woche – Der Guthrie-Test

Heute wird deshalb bei allen Neugeborenen am 5. Lebenstag (also nachdem sie genügend Milcheiweiß aufgenommen haben) der sogenannte Guthrie Test vorgenommen. Dazu werden aus der Ferse Ihres Babys 6 Tropfen Blut entnommen und dann in Speziallabors überprüft. Wird dabei eine der beschriebenen Stoffwechselerkrankungen erkannt, leitet man sofort die Behandlung ein. Mittlerweile wird mit diesem Test gleich nach mehreren Krankheiten des Eiweiß- und auch des Kohlenhydratstoffwechsels gesucht. Außerdem dient der Test zur Früherkennung einer Schilddrüsenunterfunktion, die unbehandelt ebenfalls zu bleibenden geistigen Schäden führen kann.

Wichtig!

Dieser Test ist deshalb ein absolutes Muss für jeden Säugling. Sollten Sie mit Ihrem Baby vor dem 5. Lebenstag die Klinik verlassen wollen, sprechen Sie sich bitte ab, wer den Test dann abnimmt und einschickt – die Klinik, die freiberufliche Hebamme, Ihr Kinderarzt – ganz egal, nur nicht vergessen!

Die erste Woche – Weitere Untersuchungen

Bevor Sie die Klinik verlassen, wird der an Ihrer Entbindungsklinik tätige Kinderarzt die zweite Vorsorgeuntersuchung U2 vornehmen und, wenn Sie nicht dabei sein können, Ihre Fragen später beantworten. An vielen Häusern führt der Kinderarzt, wenn er Ihr Baby nicht schon im Kreissaal untersucht hat, die U1 binnen der ersten 24 Stunden noch einmal durch.
Sollten Sie die Geburtsklinik vor dem 5. Tag verlassen, müsste die U2 bei der Kinderärztin dem Kinderarzt Ihrer Wahl in dessen Praxis durchgeführt werden.

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