Ankunft mit dem Baby wie geht’s zu Hause weiter?

Ankunft mit dem Baby der ersehnte Moment ist da: Sie dürfen mit Ihrem Baby endlich nach Hause. Doch statt des erhofften Glücksgefühls kommt allzu oft das heulende Elend

Ankunft mit dem Baby wie aus einer anderen Welt kommt man sich vor, wenn man nach der
Entbindung zum ersten Mal wieder sein Zuhause betritt.

 

Ankunft mit dem Baby wie geht's zu Hause weiter Zu groß ist der Kontrast zwischen geregelter Klinik Welt und dem Heim, in dem Sie für alles verantwortlich sind. Zu gewaltig die Veränderung, die sich in Ihrem Geist und Ihrem Körper in den letzten Tagen getan haben. Denn Ihr Zuhause und Ihre Familie sind dieselben geblieben – nur Sie selbst haben sich verändert. In dieser labilen Situation ist es hilfreich, wenn alle möglichen Störungsquellen ausgeschaltet sind und der »Laden« auch ohne Ihr Zutun läuft.

 

Ankunft mit dem Baby

Mit anderen Worten: Eine mitfühlende Familie erleichtert die Landung im Alltag, und ein wenig schmückendes Beiwerk wie Blumenstrauß, Willkommens Schlückchen, ein wohl gefüllter Kühlschrank und einige Muße Stunden im vertrauten Kreise – ohne Gäste! – wirken unglaublich aufmunternd.

 

Ankunft mit dem Baby – Bauen Sie vor!

Jetzt ist Ihr Mann beziehungsweise Ihre Familie für den laufenden Betrieb zuständig: Es darf keine zusätzliche Arbeit auf Sie warten. Ganz entscheidend ist es, am ersten Tag Zeit füreinander und fürs Baby zu haben. Legen Sie den Hörer neben das Telefon, wenn Sie nicht schon einen Anrufbeantworter haben.

 

CHECKLISTE FÜR DEN VATER

~Gehen Sie am Tag, bevor Ihre Frau mit dem Baby heimkommt, noch einmal durch Ihre Wohnung und betrachten Sie den Haushalt mit den Augen Ihrer Frau. Beginnen Sie Ihren Check-up an der Haustür.

Am schönsten wäre es, wenn jetzt schon ein Schild dort hinge: »Bitte nicht stören«.
Ist der Boden gefegt/gesaugt? Die Fenster geputzt? Die Wäsche gewaschen und gebügelt? Ist die Küche aufgeräumt und sind die Betten gemacht?

Sind die Blumen gegossen, haben Sie an einen Willkommens-Strauß gedacht?
Ist der Kühlschrank aufgefüllt mit den Lieblingsspeisen Ihrer Frau, mit Frischwaren wie Milch, Butter, Eier, Käse, Aufschnitt und Joghurt? Haben Sie (nur die nächsten 2 Tage vorgekochte oder fertige Mahlzeiten im Haus?
Sind milde Obstsorten (Banane, Trauben, Apfel, Birne) und Salat, Möhren und Gurke oder ähnliches Gemüse im Haus? Haben Sie Milchbildungstee aus der Apotheke und 2 bis 3 Flaschen Malzbier besorgt (wenn Ihre Frau stillt)?
Ist alles (fürs Baby bereit, ist der Wickeltisch eingerichtet, sind ausreichend Windeln da?
Ist das Bettchen bezogen?
Haben Sie Schnuller und eine Tee Flasche mit Sauger (kleinste Größe) im Vorrat? Bekommt das Baby Säuglingsmilchnahrung, brauchen Sie zusätzlich die Flaschen-Grundausrüstung.

 

Ankunft mit dem Baby – ERSTE TAGE ZU HAUSE

Auch Ihr Mann sollte alle Termine absagen, selbst die Großeltern sollten noch warten. Aber am wichtigsten ist, dass Sie im Krankenhaus schon Ihre Wünsche und Vorstellungen äußern. Rechnen Sie lieber nicht damit, dass Ihr Mann Ihnen die Wünsche von den Augen abliest, denn auch er hat mit der neuen Situation alle Hände voll zu tun.

Ideal und Wirklichkeit

Selten klaffen Ideal und Wirklichkeit so auseinander, wie in der Vorstellung über das Leben mit einem Neugeborenen, über Muttergefühle und Mutterglück. Das macht es jungen Müttern so schwer, den Problemen ins Auge zu sehen und sich dazu zu bekennen. Sie erwarten ja von sich selbst, überglücklich, zufrieden und strahlend zu sein. Der »Baby -Blues« nach der Entbindung ist den meisten mittlerweile ein Begriff, außerdem sind Sie ‚in dieser Zeit in der Regel noch in der Klinik und werden verständnisvoll betreut. Aber dass auch in den nächsten Wochen nicht unbedingt eitel Sonnenschein herrscht, verblüfft immer noch die meisten jungen Eltern und ihr Umfeld. Vor allem die Männer stehen den Stimmungsschwankungen ihrer Frau oft verständnislos gegenüber.

 

-- SPEZIELL FÜR VÄTER--

~ Es mag sein, dass Sie Ihre Frau in den Wochen nach der Entbindung nicht wiedererkennen.
Vielleicht kommt es Ihnen zeitweilig vor, als hätten Sie zwei Babys im Haus. Diese krisenhafte Situation ist normal: Die Strapazen der Geburt und die Versorgung des Babys belasten Ihre Frau bis an die äußersten Grenzen. Dazu kommt die psychische Labilität durch die hormonelle Umstellung. Gerade jetzt ist sie auf Ihre Unterstützung in jeder Hinsicht angewiesen. Auch wenn Sie’s nicht glauben: Im Moment sind Sie der stabilste Teil der Familie.

Ankunft mit dem Baby – Was Sie körperlich belasten kann

Die hormonelle Umstellung ist eine Riesen Belastung für die Mutter. Bei manchen Frauen löst sie Depressionen aus, andere sind zumindest eine Zeit lang nicht besonders leistungsfähig. Mögliche Begleiterscheinungen können sein: extrem niedriger Blutdruck, Lustlosigkeit, Appetitlosigkeit und sogar Gedächtnisschwäche. Dammschnitt- oder Kaiserschnitt Narben sind zusätzliche Hemmnisse, die körperlich nicht sehr belastbar machen. Ständiger Schlafentzug nagt außerdem an den Nerven der Mutter. Still Probleme können zusätzlich die erste Anpassungszeit erschweren. Und last but not least: Die auch nach der Entbindung noch lange nicht Bikini reife Figur kann Ihnen zu allem Überfluss noch die Stimmung verderben

 

Probleme mit der neuen Situation

Früher waren Kinder Schicksal, das hingenommen wurde. Heute sind sie meist ein Herzenswunsch, der mit großen Glückserwartungen verknüpft ist, die einfach an der Realität der ersten Monate vorbeigehen. Muttergefühle entstehen eben nicht schlagartig mit dem Moment der Geburt, sondern müssen langsam wachsen – ebenso wie die Routine im Umgang mit dem Baby in den ersten Wochen und Monaten. Die junge Mutter ist mit ihrem Baby meist völlig isoliert. Anders als in Großfamilien ist sie in einigen Zimmern angebunden, kann nur mit dem Baby zusammen weg. Sie hat kein Eigenleben mehr, ist aus ihrem Beruf und ihrem Freundeskreis herausgerissen. Gleichzeitig lebt ihr Partner sein Leben weiter. Diese Erkenntnis kann die jetzt ohnehin strapazierte Partnerschaft zusätzlich belasten und verlangt eine Neuorientierung. In der labilen Verfassung wirkt das Bewusstsein der Verantwortung für viele junge Frauen schier erdrückend. Sie werden sich oft erst nach der Entbindung der Tatsache bewusst, dass sie vor dieser Aufgabe nie mehr weglaufen können, da sich ihr Leben auf Dauer ändert und dass dieses hilflose Bündel auf die Mutter angewiesen ist. Am bittersten ist die Erkenntnis, dass diese Verantwortung für sie sehr viel mehr Konsequenzen hat als für ihren Mann.

 

DREI GRUNDREGELN GEGEN ÜBERFORDERUNG

Verlangen Sie nicht zuviel von sich, verwahren Sie sich gegenüber den hohen Anforderungen Ihrer Umgebung. Bitten Sie um Hilfe, und nehmen Sie sie an. Verlassen Sie die Isolation, und sprechen Sie mit anderen Müttern über Ihre Probleme.

Sie ist wunderhübsch, adrett, hat den Haushalt blitzeblank, ist eine perfekte Hausfrau und Geliebte, hat eine unendliche Geduld mit ihrem süßen Baby und immer Zeit für lieben Besuch den Beruf hat sie natürlich auch noch im Visier. Das alles ist schließlich nur eine Frage der Organisation und des guten Willens. Dieser Superfrau eifern wir alle nach, und wundern uns, wenn wir das einfach nicht schaffen – weil es nicht zu schaffen ist!

Wichtig!

Wenn Sie merken, dass Sie zu alledem nicht die Kraft haben, dass Sie aus dem dunklen
Loch nicht alleine wieder herauskommen, dann sollten Sie dringend zum Arzt gehen.
Denn die postnatale Depression – die Traurigkeit nach der Entbindung – ist eine richtige
Erkrankung und sollte von einem Psychiater (Nervenarzt) behandelt werden.

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