Mutterrolle – Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Mutterrolle stimmt es noch, das Bild der glücklichen Mutter mit ihrem Baby? Ich glaube, ja aber es wird auch immer schwierigen.

Mutterrolle es ist schön, eine Zeit lang aus seinem gewohnten Leben herauszutreten in diese ganz neue Existenz, und bei allen Schwierigkeiten und unbestrittenen Belastungen hat sie auch ihre positiven Seiten.

Mutterrolle - Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Mutterrolle – Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Sie sind auf einmal gezwungen zur Ruhe, zum »Aussteigen« – dem Baby zuliebe -, und das kann gut tun. Ein Baby zu haben, bedeutet schließlich weit mehr als Stress und Erschöpfung. Es ist rührend, wie sich Ihr Kind über Ihr Kommen freut, wie intensives auf Sie reagiert, und es ist ein bewegendes Gefühl, so gebraucht zu werden.

Außerdem kann es aufregend sein, die Welt noch einmal ganz neu aus der Perspektive des Kindes zu sehen, es macht Spaß, das Kinderzimmer einzurichten, Pläne für die Zukunft zu schmieden, das Leben mit dem Baby neu zu gestalten. Und es ist unbestritten ein sinnliches Vergnügen, die Baby Haut zu berühren und diesen unglaublichen Baby Duft einzuatmen.

Mutterrolle - Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Mutterrolle – Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Aber gleichzeitig mit all dem Neuen bleiben Sie doch die Frau, die Sie sind. Ihr Leben hört ja nicht auf, sobald Sie Mutter werden – das wäre auch schlimm. Aber Sie werden eine Menge dazulernen: mehr Rücksicht zu nehmen, auch einmal zurückzustecken ohne dabei aufzugeben. Sie werden Ihre eigenen Grenzen erleben – auch diese Erfahrung macht stark.

In Zukunft wird es für Sie die große Kunst sein, beiden Rollen gerecht zu werden. Vielleicht erleben Sie dabei, wie die eine die andere befruchtet, wie Ihnen das Baby nicht nur Kraft nimmt, sondern auch gibt, wenn Sie die Stunden mit ihm genießen können. Andererseits werden Sie Ihrem Beruf oder Ihren anderen Pflichten viel effektiver und engagierter nachgehen, wenn Sie als Gegengewicht das Leben mit der Familie bewusst gestalten.

Mutterrolle, Vergessen Sie nicht: Die Zeit mit dem Baby und Kleinkind ist nur ein Bruchteil Ihres Lebens und geht sehr schnell vorbei. Sie ist eine intensive, wunderbare Zeit, die Sie auskosten sollten – ohne das Leben nach den Kindern ganz aus dem Auge zu verlieren. Es lohnt sich, diesen Spagat zwischen Mutter- und Frau sein – gemeinsam mit dem Partner – zu wagen. Denn ein Entweder-Oder wird’s in Zukunft immer seltener geben.

 

Mutterrolle, Muttergefühle müssen erst wachsen

Mutterrolle, Mutterglück und Muttergefühle kommen nicht automatisch mit der Entbindung. Schon in der Schwangerschaft empfinden nicht alle Frauen gleich – während die eine in Glückseligkeit schwimmt und mit ihrem Baby im Bauch intensiv kommuniziert, ist es der anderen vielleicht einen stillen Teilhaber mit sich herum zutragen.

Die eine werdende Mutter liebt ihren Bauch, die andere empfindet ihn als Last. Was früher eine Selbstverständlichkeit war, über die man nicht sprach, droht heute zum Kult zu werden. Das gilt auch für die Entbindung.

Wenn die meisten Frauen nur noch ein oder zwei Kinder bekommen, gewinnt die Geburt eine übergroße Bedeutung. So ist der Trend zu einer sanften, selbst bestimmten Entbindung positiv, doch die Erwartungshaltung an eine natürliche, glückliche Geburt, bei der alles stimmen muss, wächst in unrealistische Höhen.

Es gibt Mütter, die nach einem Kaiserschnitt eine regelrechte Krise durchleben, weil sie sich so auf eine natürliche Geburt eingestellt, vorbereitet und gefreut haben.

Ebenso enttäuscht und schockiert sind viele Mütter, wenn sie beim Anblick ihres Kindes nach der Entbindung wenig empfinden, wenn das Bedürfnis nach Ruhe und Abstand größer ist als die Neugier aufs Baby. Meist wagen sie nicht, darüber zu reden. Denn immer noch gelten Muttergefühle als angeborene Selbstverständlichkeit.

Mutterrolle, Aufopferung, Unterordnung – das sind Qualitäten, die insgeheim immer noch von Frauen erwartet werden, wenn sie Kinder bekommen. Doch diese Haltung entspricht nicht mehr der Realität von jungen Frauen. Die jungen Mütter haben in der Regel eine ebenso qualifizierte Ausbildung wie Väter hinter sich. Sie besuchen die gleichen Schulen, Universitäten und Lehrbetriebe.

Sie müssen lernen, sich in der Berufswelt zu behaupten und auf eigenen Beinen zu stehen. Die Eigenschaften, die sie dazu brauchen, sind nicht gerade mütterlich: Durchsetzungsfähigkeit eigener Vorstellungen und Ziele, Konfliktfähigkeit Selbstbewusstsein sind heute gefragt. Mutter sein, ohne dabei die eigene Persönlichkeit aufzugeben – das müssen sie oft erst lernen.

 

Mutterrolle -Unvereinbar: Kind und Beruf

Es ist auch heute noch nicht einfach für eine Frau, Kind und Beruf miteinander zu verbinden. Denn es gibt kaum Krippenplätze, Horte, Ganztagskindergärten oder -schulen, Hausaufgabenbetreuung, Feriencamps. Das Erziehungsgeld erleichtert den Entschluss, zu Hause zu bleiben, aber man kann nicht davon leben. Teilzeitjobs sind rar, und der Erziehungsurlaub ermöglicht wohl den Wiedereinstieg, aber verschlechtert die Berufschancen junger Frauen.

Unausgesprochen gilt oft als Rabenmutter, wer mit Baby berufstätig ist. Für alle Probleme, die es eventuell mit dem Kind gibt, wird die Berufstätigkeit verantwortlich gemacht. Und das schlechte Gewissen sitzt der jungen Mutter immer im Nacken.

Mutterrolle, Andererseits: Es ist verlockend, sich die erste Zeit ganz dem Kind zu widmen. Denn die Erziehung von Kindern kann befriedigender, wenn auch anstrengender sein als viele Berufe. Doch fehlt oft die Unabhängigkeit und Anerkennung, die Perspektive. Und wer eine qualifizierte Ausbildung hat, ist gerade während der ersten Jahre wohl körperlich,
aber nicht geistig ausgelastet.

Mutterrolle - Mutter sein und gleichzeitig auch Frau bleiben

Mutterrolle Schwierig: die praktische Umsetzung

Mit Sicherheit ist es gut, die ersten 4 Monate ganz zu Hause bleiben zu können. Doch danach spricht nichts gegen eine Halbtagstätigkeit. Leider ist die Betreuung bis zum Kindergartenalter nicht einfach. Wenn Sie einen 40-Stunden-Job haben, kann vielleicht Ihr Mann den halben Tag beim Baby sein. Eines ist klar: Noch ist die Berufstätigkeit von Müttern kleiner Kinder keine Selbstverständlichkeit.

Mutterrolle. Trotzdem haben Sie eine Chance, diesen Wunsch zu verwirklichen, wenn Sie wirklich davon überzeugt sind und wenn Ihr Partner diese Entscheidung mit trägt. Es gibt einige Möglichkeiten, sich Hilfe und Entlastung zu verschaffen. Aber Sie dürfen das nicht dem Zufall überlassen, Ihr berufliches Engagement mit Baby muss geplant sein. Die Lösung wird immer sehr individuell sein.

Sie müssen sich etwas einfallen lassen. Aber wo ein Wille ist, da ist ein Weg. Ich selber schrieb meine Diplomarbeit vor und nach der Geburt des ersten Kindes und trat meine erste Stelle an, als unser Baby 4 Monate alt war. Bei der Geburt des zweiten und dritten Kindes war ich selbständig und arbeitete deshalb weiter – aber zu Hause.

Mutterrolle, Ohne die Unterstützung meines Mannes wäre das nicht möglich gewesen. Es war eine anstrengende Zeit, doch die Kinder kamen nicht zu kurz, und mein Einsatz hat sich gelohnt. Im Rückblick würde ich die erste Zeit nach der Geburt gelassener angehen: Hauptsache, man behält beruflich einen Fuß in der Tür. Denn schneller als Sie denken, lässt Ihr Kind Ihnen wieder mehr Zeit. Setzen Sie sich also nicht zu sehr unter Druck – aber behalten Sie Ihr Ziel fest im Auge.

Mutterrolle und Familienfrau: ein Auslaufmodell?

43% aller Mütter mit Kindern unter 18 sind berufstätig, 40% davon in Vollzeit. Mit anderen Worten: Fast jede zweite Mutter wird irgendwann wieder berufstätig. Angesichts dieser Zahl ist es erstaunlich, dass es als Norm und Ideal gilt, dass die Mutter nach der Geburt des ersten Kindes zu Hause bleibt. Zumindest die besser gestellte Eltern Generation hat es uns so vorgelebt.

Doch langsam wird dieses Modell wieder das, was es war: ein Luxus. Denn viele junge Familien können es sich nicht leisten, auf Dauer auf das zweite Einkommen zu verzichten. Spätestens, wenn das jüngste Kind in die Schule kommt, nehmen viele junge Mütter ihre Berufstätigkeit wieder auf. Und nicht alle sind glücklich damit, denn eigentlich ist Mutter und Hausfrau zu sein Arbeit genug.

Mutterrolle. Familienfrau – ein Full-time-Job

Wer mehr als ein Kind hat und seine Aufgabe als Mutter, Ehefrau und Hausfrau ernst nimmt, ist damit im Grunde völlig ausgelastet. Schließlich wird der Raum, in dem Kinder sich frei bewegen können, immer kleiner.

Ob wir wollen oder nicht: Von Hobby über Freizeit bis Schule und Freundschaft muss alles von Mutter organisiert werden – neben dem Haushalt, versteht sich. Ehrenämter brechen über sie herein, die in Verbindung mit den Kindern und der Nachbarschaft stehen. Wenn sie das alles mit Umsicht und Begeisterung macht, ist das toll. Wer sich für diesen Weg entscheidet, sollte deshalb alle Unterstützung und Achtung der Gesellschaft haben.

Tatsächlich aber müssen Frauen mit Mitleid rechnen, wenn sie sich als Hausfrauen bezeichnen. Und die Männer, die von dieser Entscheidung jahrelang profitieren, nehmen am Ende oft ihre Frauen, deren Leben sich so ganz anders gestaltet, nicht mehr so ganz ernst.

Deshalb ist es wichtig, Weiterbildung und spätere Berufstätigkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Sie sind für die Familie da und sollten gleichzeitig einen kleinen Bereich für sich pflegen. Mit dieser Perspektive können Sie die Zeit zu Hause erst recht genießen.

 

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